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Lagebild zur Clankriminalität : „Wir schwurbeln nicht länger rum“

  • -Aktualisiert am

Trauergäste, darunter viele Clanmitglieder, kommen zur Beerdigung von Nidal R. auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof in Schöneberg (Archivbild) Bild: dpa

Nordrhein-Westfalen hat ein Lagebild zur „Clankriminalität“ erstellt, um das Phänomen systematisch zu erfassen und daraus Schlüsse zu ziehen. Nun sind die Ergebnisse da.

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          Herbert Reul, der nordrhein-westfälische Innenminister, ist ein Freund griffiger Worte. Auch als der CDU-Politiker am Mittwochnachmittag im Landeskriminalamt (LKA) das lange erwartete Lagebild „Clankriminalität“ vorlegt, ist er sogleich auf Betriebstemperatur. „Wir schwurbeln nicht länger rum und leugnen nicht länger das, was draußen auf der Straße längst mit Händen zu greifen war – aber aus falsch verstandener politischer Korrektheit lange unter den Teppich gekehrt wurde.“

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Reul meint damit die rot-grüne Vorgängerregierung, die es stets abgelehnt hatte, von den Fachleuten im LKA ein Lagebild zur Clankriminalität anfertigen zu lassen. Aus polizeilicher Sicht verbiete sich eine Kategorisierung, hatte der damalige Innenminister Ralf Jäger (SPD) noch Ende 2015 in einem Bericht für den Landtag argumentiert. Schließlich ermittle die Polizei gegen Personen nicht allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit. Wichtige Vorarbeiten wurden gleichwohl in der rot-grünen Regierungszeit unter anderem im Rahmen des europaweiten Projekts „Kriminalitäts- und Einsatzschwerpunkte ethnisch abgeschotteter Subkulturen“ (KEEAS) geleistet.

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