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Nord Stream 2 : Was kommt zuerst?

Das Nord-Stream 2-Verlegeschiff Audacia vor der Insel Rügen Bild: Reuters

Energiesicherheit ist ein wichtiges Ziel, europäische Einigkeit ist es auch.

          Wie sehr werden in diesen Tagen nicht europäischer Geist und Zusammenhalt beschworen! Doch wenn es um kommerzielle und politische Interessen geht, heißt es auf einmal „Deutschland zuerst“ oder gar „Mecklenburg-Vorpommern zuerst“.

          Zugegeben, so drastisch hat es Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) nicht gesagt, aber darauf läuft es hinaus. Ihr Zorn entlud sich über dem Europapolitiker Weber (CSU), der alle Rechtsmittel einsetzen will, um das Gasleitungsprojekt Nord Stream 2 zu verhindern – falls er Präsident der EU-Kommission werden sollte.

          Schwesig und andere SPD-Politiker sind offenkundig der Auffassung, Weber dürfe in Brüssel vor allem nur deutsche Interessen vertreten – ein Irrtum. Sollte er tatsächlich Juncker im Amt nachfolgen, muss er stets das gesamteuropäische Interesse im Auge haben – viele unserer Nachbarn sehen in Nord Stream ein Instrument der Spaltung.

          Energiesicherheit ist ein wichtiges Ziel, europäische Einigkeit ist es auch. Ob wachsende Abhängigkeit von russischer Energie tatsächlich deutschen Interessen dient (und nicht nur denen beteiligter Unternehmen)?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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