https://www.faz.net/-gpf-8knwk

Niqab Verbot im Unterricht : Mit Stahlhelm in die Schule?

Die Kommunikation mit Verschleierten ist auch in der Schule nicht möglich. Würde der Staat weltanschauliche Gebote ungeprüft erlauben, schaffte er sich ab.

          Es fällt nicht besonders schwer, zu begründen, warum Schülerinnen im Unterricht den Schleier lüften müssen. Schulen, auch Abendschulen, könnten schlicht ihren Auftrag nicht erfüllen, wenn sie nicht wüssten, wer da eigentlich genau am Unterricht teilnimmt. Auch die Identifizierung durch eine weibliche Angestellte änderte nichts daran, dass echte Kommunikation im Klassenraum mit Vollverschleierten nicht möglich ist.

          Dass Kopftuch oder Niqab vom Islam vorgeschrieben werden, konnte die Schülerin im Osnabrücker Fall nicht darlegen. Sie erschien zum einen nicht vor Gericht. Und sie hatte früher andere Schulen offenbar unverschleiert besucht. Das ist nicht so selten unter denen, welche die weite Religionsfreiheit des Grundgesetzes auf diese Weise auf die Probe stellen.

          Der Staat darf nicht so tun, als wisse er besser, was religiös geboten sei. Aber er darf verlangen, dass solche Gebote dargelegt werden. Ansonsten wären auch Weltanschauungen denkbar, die das Tragen eines Stahlhelms vorgeben. So schaffte der freiheitliche Staat erst den offenen Unterricht und dann sich selbst ab.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete Video-Seite öffnen

          Noch keine konkreten Maßnahmen : G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete

          Ungeachtet anhaltender Spannungen in wichtigen politischen Fragen haben sich die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Biarritz auf einen gemeinsamen Gegner einigen können: die Feuer im Amazonasgebiet. Die sieben westlichen Industriestaaten seien überein gekommen, den betroffenen Staaten „so schnell wie möglich“ Unterstützung zukommen zu lassen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

          Wer reden will, soll ruhig reden

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.
          Der Faktor Wohnen wird von den meisten Menschen in der Klimadebatte übersehen. Dabei produzieren vor allem Warmwasser und Heizungen große Kohlendioxid-Emissionen.

          Wohnen und Heizen : Das ist Deutschlands Klimakiller Nr. 1

          Kaum jemand will wahrhaben, dass wir mit unseren Wohnungen dem Klima mehr schaden als mit Steaks und Flugreisen. Einige Länder reagieren darauf – während sich die Politik in Deutschland nicht einigen kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.