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Niklas Luhmann : Was der Soziologe vom Juristen lernte

Niklas Luhmann auf einem Porträt aus dem Jahr 1949 Bild: Universitätsarchiv Bielefeld

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg bescheinigte seinem Hilfsarbeiter Niklas Luhmann schon früh ein ungewöhnliches Interesse am Allgemeinen. Was sagt das über ihn aus?

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          Niklas Luhmann, geboren am 8. Dezember 1927 in Lüneburg, legte 1949 die erste juristische Staatsprüfung ab und 1953 die zweite. Noten: „gut“ und „vollbefriedigend“. Diese Angaben finden sich in der Personalakte, die beim Oberverwaltungsgericht für die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein über ihn geführt wurde. Der Assessor bekleidete bei diesem Obergericht mit Sitz in seiner Vaterstadt vom 23. Dezember 1954 an die Stelle eines „juristischen Hilfsarbeiters“. Im Vorstellungsgespräch beim Präsidenten hatte der Bewerber seine Absicht bekundet, „später Verwaltungsrichter zu werden“. Auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Einstellung wurde Luhmann zum Beamten auf Lebenszeit ernannt. Zum 1. Januar 1956 wurde er ans Kultusministerium in Hannover abgeordnet, ein halbes Jahr später dauerhaft ans Ministerium versetzt. Die Vorsitzenden der Senate, denen Luhmann durch Abfassung von Urteilsentwürfen zugearbeitet hatte, verfassten Beurteilungen seiner Tätigkeit.

          Patrick Bahners

          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Mit „gut“ bewertete sie der Vorsitzende des für Beamten- und Kommunalrecht zuständigen V. Senats: „Seine Arbeitsweise ist sorgfältig, Fleiß und Fortbildungswille sind zu loben. Seine sprachlichen Fähigkeiten besonders in der schriftlichen Darstellung sind frei von anfängerhafter Verkrampfung. Hervorzuheben ist die Prägnanz und Kürze seiner Entwürfe.“ Auf einer Tagung, die zur postumen Feier von Luhmanns neunzigstem Geburtstag im Lüneburger Oberverwaltungsgericht stattfand, äußerte Ino Augsberg, Ordinarius für Rechtsphilosophie und öffentliches Recht in Kiel, die Vermutung, dass eine weitere lobende Bemerkung derselben Beurteilung eine gewisse Distanz des Beurteilenden markiert. „Eine ausgeprägte Neigung für Fragen der allgemeinen Rechtstheorie, der allgemeinen Staatslehre und der vergleichenden Rechtswissenschaft zeichnen ihn aus.“

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