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Schleierverbot in Schulen : Türkische Gemeinde unterstützt Nikabverbot

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Das Vollverschleierungsverbot an Schulen soll die Kommunikation erleichtern. Bild: dpa

Politiker aller Fraktionen haben sich in Niedersachsen auf ein Verbot der Vollverschleierung in Schulen geeinigt. Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland befürwortet das Vorhaben.

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          Niedersachsen will den muslimischen Gesichtsschleier Nikab in Schulen verbieten und erhält dafür Unterstützung von der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD): „Die Schülerinnen sollen sehen können, wer neben ihnen sitzt“, kommentierte der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu das geplante Vollverschleierungsverbot am Montag. Man könne dadurch auch „unnötige Diskussionen darüber vermeiden, wer die richtige Muslima ist“.

          Die aktuelle Forderung der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes nach einem Kopftuch-Verbot in allen Schulen und Kindergärten finde er aber übertrieben, sagte Sofuoglu. Dass Kopftücher inzwischen auch von einigen muslimischen Grundschülerinnen getragen würden, sei zwar ein „neues Phänomen“, das auch ihm nicht gefalle. Statt auf Verbote zu setzen, wäre es jedoch besser, auf die Moschee-Gemeinden einzuwirken. Diese sollten die Eltern überzeugen.

          Niedersachsen will als Reaktion auf den Fall einer vollverschleierten Schülerin die Verhüllung des Gesichts an Schulen verbieten. Politiker aller vier Landtagsfraktionen hatten sich vergangene Woche auf eine entsprechende Änderung des Schulgesetzes geeinigt. Begründet wurde das Vorhaben damit, dass der Schleier die Kommunikation erschwere.

          In Bayern sind Burka und Nikab ab dem 1. August für Beamtinnen und Angestellte im Öffentlichen Dienst, an Hochschulen, Schulen und in Kindergärten verboten. Das Gesetz unterstellt Schülerinnen zudem grundsätzlich eine Gesichtsverhüllung.

          Streit unter Feministinnen

          Unter Feministinnen geht der Streit um ein mögliches Kopftuchverbot inzwischen weiter. Wenn Grundschülerinnen in Deutschland Kopftuch trügen, laufe etwas gründlich schief, findet der Vorstand der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. Die Autorinnen der feministischen Zeitschrift „Emma“ sehen das ähnlich.

          Doch es gibt auch Feministinnen, die in der islamischen Verschleierung einen Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung sehen, den die Mehrheitsgesellschaft zu akzeptieren habe.

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