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Repräsentation von Frauen : Kein Ruhmesblatt für die Parteien

Trotz anderslautender Empfehlung der Satzungskommission der Bundespartei: In Sachsen-Anhalt besetzte die CDU die Landesliste für die Bundestagswahl mit acht Männern und einer Frau. Bild: dpa

In Sachsen-Anhalt findet die CDU nichts dabei, die Landesliste für die Bundestagswahl mit acht Männern und einer Frau zu besetzen. Nur in der AfD – aber auch nur dort – sieht es bei der Repräsentation von Frauen noch schlechter aus.

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          Es ist kein Ruhmesblatt für die Parteien in Deutschland, dass unter den mehr als 400 Oberbürgermeistern und Landräten nicht einmal zehn Prozent Frauen sind. Gemeinhin wird dies mit den Eigenheiten der Kommunalpolitik erklärt, die männlichen Berufs- und Rollenbildern entgegenkomme und Frauen die Teilhabe erschwere. Doch tun sich auch Parteien schwer damit, die traditionellen männerbündischen Mentalitäten abzulegen – allen voran „die“ Kommunalparteien CDU und CSU.

          Immerhin: Wäre es nach der Satzungskommission der Bundespartei gegangen, dann hätten die CDU-Landesverbände dreißig Prozent der Listenplätze für die kommende Bundestagswahl mit Frauen besetzen müssen. Doch es kam Corona, und ein entsprechender Beschluss des Bundesparteitags wurde verschoben.

          Die CDU musste sich im Januar bei der Wahl des neuen Parteivorsitzenden zwischen drei Männern entscheiden. Zum Zug kam Armin Laschet, der erste „Frauenminister“, der längst versprochen hatte, den Frauenanteil durch „Überzeugungsarbeit“ und „Gespräche an der Basis“ zu erhöhen.

          Doch Satzungskommission hin, Basisarbeit her, in Sachsen-Anhalt fand die CDU jetzt nichts dabei, die Landesliste für die Bundestagswahl mit acht Männern und einer Frau zu besetzen. Immerhin hat die Union in diesem Punkt von der AfD nichts zu befürchten. Dort, aber auch nur dort, ist es um die Repräsentation von Frauen noch schlechter bestellt als in CDU und CSU.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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