https://www.faz.net/-gpf-9uuv9

Neujahrsansprachen : Früher war Merkel an Silvester besser gelaunt

„Ich denke heute Abend vor allem an das überaus schwierige politische Jahr, das heute zu Ende geht“: Merkel bei ihrer Neujahrsansprache 2018 Bild: EPA

Die vierzehn Neujahrsansprachen von Angela Merkel lesen sich wie ein Entwicklungsroman. Am Anfang war Merkel optimistisch, heute spricht sie viel von Elend und Krieg.

          2 Min.

          Es ist die gleiche Prozedur wie jedes Jahr. Am Silvesterabend erscheint um 20 Uhr und 10 Minuten die Kanzlerin im Fernsehen. Links ein Blumenbouquet, im Hintergrund das Reichstagsgebäude, und rechts die Fahnen von Deutschland und EU. Angela Merkel legt die Hände auf den Tisch, meistens die linke über die rechte. Vierzehn Mal hat sie das schon so gemacht. Vierzehn Mal hob sie an: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.“ Vierzehn Mal hatte ihr Blazer eine andere Farbe. Merkel kam schon in Silber wie auf einer interstellaren Raummission. Mal trug sie roten Samt, mattes Schwarz oder glänzendes Grün. Es ist eben ein besonderer Anlass. Die Menschen sind in Feierlaune, zu Hause köchelt das Käsefondue, der Sekt perlt im Glas, die Regierungschefin spricht zum Volk.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nur eine Sache hat sich wirklich verändert. Ganz langsam, über die Jahre. Früher war Merkel an Silvester eine unerschütterliche Optimistin. Seit einigen Jahren aber spricht sie viel von Krisen und Leid. Die vierzehn Neujahrsansprachen lesen sich wie ein Entwicklungsroman.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt mit Coronapatienten im April 2020

          Anhaltend hohe Todeszahlen : Wer jetzt noch an Corona stirbt

          Noch verzeichnet Deutschland jede Woche mehr als tausend Covid-Todesfälle. Viele sterben weder im Altenheim noch auf der Intensivstation. Doch wo dann? Die Suche nach der Antwort ist kompliziert.
          Am Ende der Welt: der Checkpoint Kalanchak zur Krim

          Russlands Okkupation : Kein Wasser für die Krim

          Im Donbass wird fast täglich geschossen, um die Krim aber ist es ruhig. Welche Ziele Russland hier verfolgt, verrät ein Blick auf das Asowsche Meer. Eine Reise im Süden der Ukraine.
          Franz-Werner Haas

          CureVac-Chef Haas : Der Anwalt der mRNA

          CureVac-Chef Franz-Werner Haas brennt für die Technologie hinter dem Corona-Vakzin – dabei muss sich sein Impfstoff erst noch beweisen.