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Das neue Sturmgewehr : Die Soldaten schauen in die Röhre

Besser als sein Ruf: Bundeswehrsoldat mit dem G36 Bild: dpa

Der Streit um das neue Sturmgewehr lässt sich noch verschmerzen – das alte ist gar nicht so schlecht. Mit vielen anderen Rüstungsvorhaben ist das ganz anders. In der Truppe wächst der Unmut.

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          Während der Streit ums neue Sturmgewehr in neue gutachterliche und juristische Runden geht, schauen die Soldatinnen und Soldaten in die Röhre. Denn die Auslieferung einer modernen Waffe wird sich um Monate, vielleicht Jahre verzögern. Im Falle des Sturmgewehrs ist das zu verschmerzen, das bewährte G-36 war und ist ein zuverlässiger Begleiter des deutschen Heeres.

          Bei anderen Rüstungsprojekten stehen Kernfähigkeiten der Streitkräfte auf dem Spiel, die sie derzeit mit Geräten aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts liefern müssen. Das gilt für schwere Transporthubschrauber ebenso wie für Schützenpanzer oder die verschlissenen Tornado-Jets.

          Stets hat man es mit Vergabefehlern im Beschaffungsamt oder mit Saumseligkeiten der Industrie zu tun. Bürokraten und Rüstungsfirmen liegen im Clinch, die bestmögliche Ausstattung von Heer, Marine und Luftwaffe kommt dabei zu kurz. Wenn dann der Bundestag wegen angeblich fehlender Grundsatzdebatten im Ortsverein den Soldaten auch noch den benötigten Schutz durch bewaffneten Drohnen verweigert, gefährdet das nicht nur im Einzelfall die Loyalität in der Parlamentsarmee.

          Das Koblenzer Beschaffungsamt wird den Anforderungen nicht gerecht, aber auch das Verhältnis zwischen Politik und Industrie prägt Misstrauen. Höchste Zeit, die Verhältnisse zwischen Politik, Bundeswehr und Industrie neu zu justieren.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

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