https://www.faz.net/-gpf-9qs71

Prozess gegen IS-Terrorist : Was verschweigt Nils D.?

  • -Aktualisiert am

Neues Verfahren: 2016 wurde Nils D. zu einer relativ milden Strafe von viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Nun könnte ihm lebenslänglich drohen. Bild: Funke Foto Services

Nils D. galt als Top-Kronzeuge in Verfahren gegen andere IS-Terroristen. Deshalb erhielt er 2016 nur eine milde Strafe. Doch weil er einiges verschwiegen haben könnte, steht er jetzt wegen Mordes und der Begehung von Kriegsverbrechen wieder vor Gericht.

          2 Min.

          Es sind schwerwiegende Vorwürfe, die der Generalbundesanwalt gegen Nils D. erhebt. Der Konvertit aus Dinslaken soll in seiner Zeit als Mitglied des „Islamischen Staats“ (IS) Ende 2013 und Anfang 2014 in einem Gefängnis im syrischen Manbidsch mindestens drei Männer grausam gefoltert und getötet haben. Vom 4. September an muss sich D. deshalb wegen Mordes und der Begehung von Kriegsverbrechen vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) verantworten.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Für den 29 Jahre alten Nils D. ist es ein Déjà-vu: Anfang März 2016 verurteilte ihn dasselbe Gericht nach eingehender Beweiserhebung wegen seiner IS-Mitgliedschaft und seiner Tätigkeit als Wachmann in dem Gefängnis und als Mitarbeiter eines IS-Trupps, der „Verräter“ aufspürte, zu viereinhalb Jahren Haft. Das Gericht kam damals zur Überzeugung: Nils D. war in Syrien zwar ein gefährlicher Terrorist. Gewalttaten konnte es ihm damals aber nicht nachweisen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. + F.A.S. – Adventsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Demonstrationen gegen ihn als Preisträger sind erst für Dienstag angekündigt: Peter Handke bei der Pressekonferenz an diesem Freitag in Stockholm.

          Peter Handke in Stockholm : Von der Rolle

          Seinem Biographen hatte er noch gesagt, er spitze vielleicht Bleistifte in der Pressekonferenz. Peter Handke weicht Fragen aus, er versucht es mit Ironie – und fällt schließlich aus der Rolle.