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Neuer Limburger Bischof : Ein Virtuose mit Leitungserfahrung

  • -Aktualisiert am

Der neue Limburger Bischof Georg Bätzing Bild: dpa

Georg Bätzing geht der Ruf voraus, auf Beteiligung zu setzen – ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger. Auch zu romantischen oder kirchenherrlichen Vorstellungen neigt der neue Limburger Bischof nicht.

          Wenn im Limburger Dom künftig die Orgel erklingt, kann es gut sein, dass der neue Bischof sie spielt. Man dürfe gespannt sein, wann er, der nicht nur aus einer gut katholischen, sondern auch aus einer sehr musikalischen Familie stamme, sich das erste Mal den Schlüssel zur Orgel ausleihe, meinte Domkapitular Helmut Wanka gestern bei der Vorstellung des neuen Limburger Oberhirten.

          So wie beim Orgelspiel wird Georg Bätzing auch Virtuosität zeigen müssen, um sein neues Bistum zu führen. Die Erleichterung, dass der Papst nach der Wahl durch das Domkapitel einen neuen Oberhirten ernannt hat, ist in der Diözese mit Händen zu greifen, und die Erwartungen sind groß.

          Mehr als zwei Jahre ist der Bischofsstuhl schon vakant. Im März 2014 hatte der Papst das Rücktrittsersuchen Franz-Peter Tebartz-van Elsts angenommen und den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Administrator eingesetzt. So sehr dieses Konstrukt nur ein Provisorium war, so sehr ist im Bistum einiges passiert, um Vergangenes aufzuarbeiten und nach vorn zu schauen.

          In diese Phase kommt mit Bätzing ein Bischof nach Limburg, der als Generalvikar des Bistums Trier und als vormaliger Regens über Leitungserfahrung verfügt. Profitieren kann das Bistum aber auch von den Erfahrungen Bätzings in der Trierer Diözesansynode zur Zukunft des kirchlichen Lebens. Das Bistum Limburg steht in einem ähnlichen Prozess und vor den gleichen Herausforderungen. Zu romantischen oder kirchenherrlichen Vorstellungen neigt der neue Limburger Bischof nicht. „Die Kirche wird sich unter den prägenden Bedingungen unserer Zeit, das ist meine Überzeugung, auflösen“, sagte er vor der Diözesansynode. Nötig seien neuen Formen der Vergemeinschaftung und Kirchenbildung. „Was das für uns heißt, haben wir noch nicht wirklich reflektiert.“ Das ist eine klare Ansage. Die spannende Frage und entscheidend für eine erfolgreiche Amtszeit wird sein, welche Impulse Bätzing im Bistum Limburg in dieser Hinsicht (durch)setzt und wie er die Gläubigen in diesem nicht leichten Prozess mitzunehmen vermag. Dass Bätzings Noch-Chef, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, ihm unter anderem bescheinigt, auf Beteiligung zu setzen, wird man im Bistum Limburg gerne hören.

          Von Vorteil mag sein, dass das Bistum Limburg und dessen spezifische kirchliche Kultur Bätzing als „Nachbar“ nicht völlig fremd sind. Unweit der Bistumsgrenze wuchs der 1961 geborene Geistliche in Niederfischbach, in der „Trierischen Insel“ im Westerwald, auf. Nach dem Theologiestudium in Trier und Freiburg wurde er 1987 zum Priester geweiht. Seine Kaplanszeit verbrachte er in Klausen und Koblenz und  wurde 1990 erst Subregens, dann Regens des Trierer Priesterseminars. Von 2007 an leitete er die Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier, bis er 2012 Generalvikar wurde.

          Wann der promovierte Theologe zum Bischof geweiht wird und damit sein Amt übernimmt, ist noch offen. Als ihr ernannter Bischof will er die Diözese in der nächsten Woche besuchen. Mit einem Politikum wird er von Anfang an konfrontiert sein, der Frage, ob er in das von seinem Vorgänger erbaute Bischofshaus ziehen wird oder nicht. Wie er sich entscheidet und diese Entscheidung begründet, wird viel über ihn sagen. Stefan Toepfer

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