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Neuer CDU-Vorsitzender Laschet : Siegen beim zweiten Anlauf

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Dass Laschet seinen Konkurrenten Spahn Anfang 2020 als Teampartner einbinden konnte, war der größte Coup seiner Kampagne. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und der ehrgeizige Bundesgesundheitsminister, der 2018 versucht hatte, selbst CDU-Bundesvorsitzender zu werden, vertraten in der Vergangenheit unter anderem in der Flüchtlingspolitik unterschiedliche Auffassungen. Gerade deshalb aber konnten die beiden nun für sich in Anspruch nehmen, ein breites Parteispektrum abzudecken. Spahn kommt bei eher konservativen CDU-Mitgliedern und der Jungen Union gut an, der eher liberale Laschet sieht sich in der Tradition von Konrad Adenauer, Helmut Kohl, aber eben auch Angela Merkel.

Als Beleg dafür, dass er versteht, ein Land und eine Partei zusammenzuhalten, verweist Laschet darauf, dass er sämtliche CDU-Strömungen, also Christlich-Soziale, Liberale wie Konservative, an seinem Düsseldorfer Kabinettstisch versammelt habe. Tatsächlich ist sein System fein austariert: Hendrik Wüst, den Landes-Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung, machte er ebenso zum Ressortchef wie Karl-Josef Laumann, den Bundesvorsitzenden der CDU-Arbeitnehmerschaft. Auch Ina Scharrenbach, die Landeschefin der Frauen-Union, wurde Ministerin.

Zupass kommt Laschet, was bis vor der Corona-Krise als sein größter Makel galt: Er war immer ein Merkelianer. Als andere in der Union felsenfest davon überzeugt waren, durch scharfe Abgrenzung von Merkels Flüchtlingspolitik ließen sich in größerem Umfang Wähler zurückgewinnen - über den Konflikt wäre beinahe die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU im Bundestag zerbrochen -, hielt Laschet aus tiefer Überzeugung treu zur Kanzlerin und ihrem Mitte-Kurs.

Dass er mitunter unterschätzt wird, ist eines der Kennzeichen seiner politischen Karriere: neuer CDU-Vorsitzender Armin Laschet
Dass er mitunter unterschätzt wird, ist eines der Kennzeichen seiner politischen Karriere: neuer CDU-Vorsitzender Armin Laschet : Bild: AFP

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident heute so klingt, wie Laschet schon immer geklungen hat. Am Tag vor der CDU-Vorstandswahl warnte Markus Söder in einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen“ noch einmal eindringlich: Jeder, der glaube, durch einen Bruch mit Merkel die Bundestagswahl gewinnen zu können, irre fundamental. Das las sich wie eine Warnung vor dem Merkel-Antipoden Friedrich Merz und zugleich wie eine Wahlempfehlung für Laschet. Merkel gehöre zu „den ganz großen Kanzlern der bundesrepublikanischen Geschichte“, für ihre Person und ihre Politik gebe es eine „enorm hohe Zustimmung in Deutschland“, sagte Söder.

Die Mehrheit der CDU-Delegierten hat Laschet am Samstag auch deshalb zu ihrem neuen Bundesvorsitzenden gewählt, weil sie von ihm erwartet, dass es ihm von den drei Kandidaten im Zusammenspiel mit Merkel am ehesten gelingt, diese hohe Zustimmung bis zur Bundestagswahl aufrecht zu erhalten. Ob die guten demoskopischen Werte so bleiben, ist freilich alles andere als sicher. Ein weiteres auffälliges Kontinuum in Laschets Karriere ist nämlich, dass er in Umfragen häufig schwächelt. So wie schon seit Monaten in den Erhebungen zur Kanzlerkandidatur.

Laschet konnte Söder bisher in keiner einzigen Umfrage auch nur im Ansatz das Wasser reichen. Am Ende aber – auch hier gilt „keine Experimente“ – hat die Union stets denjenigen zum Spitzenkandidaten gemacht, von dem sie sich am ehesten den Sieg versprach.

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