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Neue Zahlen : Deutlich weniger Asylbewerber im ersten Quartal

  • Aktualisiert am

Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth (Bayern) Bild: dpa

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist weiter deutlich zurückgegangen. Zwischen Januar und März beantragten 34.400 Menschen Asyl – 25 Prozent weniger als im Quartal davor.

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          Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist im ersten Quartal 2018 deutlich zurückgegangen. Zwischen Januar und März beantragten 34.400 Menschen internationalen Schutz in der Bundesrepublik, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mitteilte. Das waren 25 Prozent weniger als im letzten Quartal des Vorjahres – europaweit aber noch immer die meisten.

          In der Zahl nicht inbegriffen sind all jene, die nationalen Schutz beantragten, also Asyl im engeren Sinne. EU-weit ging die Zahl der Asylbewerber den Angaben zufolge um 15 Prozent von 154.000 auf 131.000 zurück. Hinter Deutschland folgen Frankreich mit 25.300 Asylsuchenden, Italien mit 17.800 und Griechenland mit 13.000.

          Wie in der Bundesrepublik gingen die Zahlen auch in Österreich (-30 Prozent), Schweden (-24) und Italien (-22) deutlich zurück. Belgien und Spanien verzeichneten im Vergleich zum vorherigen Quartal einen Anstieg um 9 Prozent, die Niederlande um 7 Prozent.

          Ende März lagen im EU-Gebiet noch immer 892.000 Asylanträge auf den Schreibtischen der Sachbearbeiter. Das waren 10 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Mit 420.300 Anträgen stand fast die Hälfte der Entscheidungen in Deutschland aus.

          Die Bundespolizei stellte zwischen Januar und Mai rund 4600 unerlaubte Einreisen über die deutsch-österreichische Grenze fest. Davon wiesen die Beamten fast 2450 Personen zurück. Stationäre Grenzkontrollen in Bayern finden entlang der Bundesautobahnen bei Freilassing, Passau und Rosenheim statt. Im Durchschnitt seien pro Monat bei Freilassing 70 illegale Einreisen festgestellt worden, bei Passau 122 und bei Rosenheim 111. Die „übrigen grenzüberschreitenden Verkehrswege“ im Freistaat würden „lageangepasst und flexibel“ überwacht, teilte die Bundespolizei mit.

          Deutlich weniger einreisewillige Flüchtlinge und Migranten

          Trotz der überschaubaren Zahlen tobt in der Union seit Tagen ein heftiger Streit über die Frage, ob Migranten, die bereits in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt haben, an der Grenze zurückgewiesen werden dürfen oder nicht. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will genau das, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist dagegen.

          Seehofer will mit der Zurückweisung noch zwei Wochen warten, bis Merkel beim EU-Gipfel auf europäischer Ebene über die Frage beraten hat. Keine Frist gestand Seehofer dagegen am Montag für Menschen mit Wiedereinreisesperren und Aufenthaltsverboten ein: Diese sollen mit sofortiger Wirkung an den Grenzen zurückgewiesen werden.

          Die Bundespolizei teilte weiter mit, dass sie keine Erhebungen darüber anstelle, wie viele von den 1500 festgestellten Migranten von Seehofers Plänen betroffen gewesen wären. Genauso wenig erhebe sie statistische Daten zu der Frage, wie viele der festgestellten Personen ein Schutzersuchen äußern – also um Asyl bitten.

          Wie die Bundespolizei dem epd bereits vergangene Woche mitteilte, ging die Zahl der einreisewilligen Flüchtenden und Migranten „erheblich“ zurück: Im Oktober 2015, mit den meisten Einreisewilligen, seien es 140.000 Flüchtlinge pro Monat gewesen, die über Passau nach Deutschland einreisen wollten, im Januar 2016 noch 23.000 pro Monat. Schon im Jahr 2017 seien nur noch 200 Menschen pro Monat in Passau angekommen, die ohne Papiere einreisen wollten.

          Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Zahl der unerlaubten Einreisen an der deutsch-österreichischen Grenze nachträglich von 1512 auf rund 4600 korrigiert. Die ursprüngliche Angabe war laut Bundespolizei falsch. FAZ.NET

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