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Neue Umfragewerte für CSU : Hoffnung trotz desaströser Ergebnisse

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Freilich brach sich im Bierzelt auch das rhetorische Abenteurertum Seehofers Bahn, in das sich immer mehr das Gefühl mischt, missverstanden und zu Unrecht an den Pranger gestellt zu werden. Er leitete ein mit den Worten: „Jetzt steht also dieser böse Seehofer vor euch.“ Später rügte er eine aus seiner Sicht irreführende Überschrift über einem Presseartikel („Seehofer räumt Fehler ein“), in dem es um Fehler beim Umgang mit den Tatverdächtigen im Fall des Chemnitzer Totschlags gegangen sei. Die Fehler habe er nicht, wie suggeriert, gemacht, sondern im Gegenteil mit Unterstützung der Sachsen aufgeklärt. Seehofer in Erding über die Presse: „So wird gearbeitet. Aber ich lass mich deshalb nicht um meine Lebensfreude bringen, keine Angst.“ Er gebrauche aber solche Termine wie den im Bierzelt, „um den Menschen schlicht und ergreifend zu erzählen, wie es ist“.

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In der Sache, dass Migration zu ordnen und zu begrenzen ist, sind die meisten der CSU-Führungsleute einer Meinung mit Seehofer. Viele wünschen sich aber auch sehnlichst, dass er zumindest bis zur Wahl seine Worte besser wägt, ihre Sprengkraft erkennt, nicht immer wieder neue Flanken öffnet, und sei es nur im Spaß. Denn der ist aus Sicht der Parteifreunde der jetzigen Lage nicht so recht angemessen. Am Mittwoch kam nämlich eine neue Umfrage, der „Bayerntrend“ von Infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins „Kontrovers“. Hier verfängt der sonst gängige Hinweis aus der CSU nicht, es handele sich um eine politisch motivierte Umfrage von links. Die Partei liegt demnach bei 35 Prozent, das sind drei Punkte weniger als im Juli. Auf die offen gestellte Frage nach den aktuell wichtigsten Problemen im Freistaat nannten 44 Prozent Zuwanderung und Integration, das sind im Vergleich zum Juli acht Prozent weniger, aber immer noch mehr als bei den beiden Nächstgenannten: Wohn- und Mietfragen (22 Prozent) sowie Schul- und Bildungspolitik (19 Prozent). Markus Söder ist für 42 Prozent der Bayern ein guter Ministerpräsident, für 44 Prozent nicht. Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt im März war das Verhältnis 56 zu 20. Von den CSU-Anhängern wird seine Amtsführung allerdings überwiegend positiv bewertet (72 zu 16). In den verbleibenden Wochen bis zur Wahl will Söder den Fokus ganz auf Bayern legen. Das ist bisher, womöglich auch wegen Seehofer, noch nicht gelungen: 70 Prozent der Befragten bezeichnen in der Umfrage die Bundespolitik als wichtig oder sehr wichtig für ihre Wahl. Hoffnungsschimmer für die CSU, wie gehabt: 45 Prozent der Befragten schließen nicht aus, ihre aktuelle Parteipräferenz noch einmal zu ändern. Dabei sind viele, die CSU wählen wollen, ihrer Sache schon vergleichsweise sicher (63 Prozent), während es etwa bei den momentanen Grünen-Anhängern nur 42 Prozent sind.

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