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Neue Synodenpräses der EKD : Kirche für Millennials

Anna-Nicole Heinrich bei der 13. Generalsynode der Evangelischen Kirche in Deutschland Bild: dpa

In der Wahl der 25 Jahre alten Anna-Nicole Heinrich zur Präses spiegelt sich der Niedergang der evangelischen Kirche ebenso wie ihr Aufbruch. Mit dieser Personalie wagt sie einen radikalen Schnitt.

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          Am Ende der Ära Merkel scheint in Deutschland ein Wunsch nach Veränderung um sich zu greifen. Raus aus verkrusteten Strukturen. Und auf die Müllhalde mit den Faxgeräten! Ein Gesicht bekommt der Wille zum Wandel nun ausgerechnet in der sonst eher behäbigen evangelischen Kirche. Die Protestanten haben Anna-Nicole Heinrich, eine 25 Jahre alte Philosophiestudentin mit Spaß am Programmieren, in ihr ranghöchstes Laienamt gewählt. Ihre Vorgängerin als Präses der EKD-Synode war die frühere Bundesministerin Irmgard Schwaetzer, 79 Jahre alt. Die evangelische Kirche hat die Generation der „Boomer“ also komplett übersprungen.

          In der Wahl der jungen Studentin spiegelt sich der Niedergang der Kirche ebenso wie ihr Aufbruch. Am liebsten hätte die Kirche vermutlich weitergemacht wie bisher und die Reihe der EKD-Präsides von Gustav Heinemann über Katrin Göring-Eckardt um den nächsten Politik-Promi ergänzt. Im Gespräch war der frühere Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Doch der CDU-Politiker winkte ab. Das Kirchenparlament stand vor der Wahl, sich mit einer grünen Kommunalpolitikerin aus Hessen zu begnügen oder einen radikalen Schnitt zu wagen. Es entschied sich für Letzteres.

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