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Tarnuniform der Bundeswehr : Des Kriegers neue Kleider

  • -Aktualisiert am

Der alte Tarnanzug mit fünf Farben ist optimiert für den heimischen Wald. Der neue Anzug tarnt besser in kargeren Gegenden. Bild: dpa

Die neue Tarnuniform der Bundeswehr soll Soldaten in Wald und Wüste so gut wie unsichtbar machen. Gleichzeitig sollen sie aber auch als Deutsche erkannt werden. Wie geht das?

          Diese Entscheidung könnte das Aussehen der Bundeswehr verändern. Genauer: Das Aussehen jedes einzelnen Soldaten. Denn nach mehr als 20 Jahren soll es nun eine neue Tarnuniform geben. Seit Anfang der Neunziger Jahre tragen die Soldaten der Bundeswehr einen Kampfanzug mit kleinen runden Flecken in fünf Farben: Braun, Schwarz und drei Sorten Grün. Insgesamt ist der Anzug sehr dunkel gehalten und darauf ausgelegt, den Soldaten gut zu tarnen, wenn er im deutschen Mischwald unterwegs ist. Für die Einsätze in Gegenden, die eher dem Hindukusch als dem Hunsrück ähneln, wird ein hellerer Dreifarben-Tarn verwendet: Sandfarben, Braun und ein wenig Dunkelgrün.

          Auf diese beide Uniformen, die das Aussehen der Bundeswehr-Soldaten in Deutschland und den Einsatzländern geprägt haben, könnte nun ein einheitlicher  „Multitarn“ folgen. Zwar ist die Einführung ab Mitte 2016 vom Verteidigungsministerium bisher nur für die Spezialeinheiten beschlossen, aber entwickelt wurde der neue Anzug vom Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe (Wiweb) als Uniform für die gesamte Bundeswehr. Im Verteidigungsministerium wird darüber derzeit beraten.

          Multitarn statt Sandtarn

          Aber wenn er eingeführt wird, wäre das das wirklich ein Fortschritt? Ein Tarnmuster statt zwei? Ja, sagt Alexander Dietel, Textilchemiker am Wiweb, der das neue Design zusammen mit einem kleinen Team aus vier Leuten entwickelt hat. „Für den Laubwald ist der Fünffarbdruck immer noch das Maß aller Dinge.“ Aber sobald das Gelände nicht mehr vorrangig grün ist, funktioniere der neue Multitarn besser. Auch besser als der dreifarbige Sandtarn.

          Das neue Muster besteht aus sechs Farben und ist heller als der Waldtarn und dunkler als der Sandtarn. Zu Braun, Dunkel- und Hellgrün kommen große Flächen Grau und Beige und ein paar helle Tupfer. Der Anzug passt also zum Aussehen der Landschaften in den derzeitigen Einsätzen der Bundeswehr wie etwa im Irak, Mali und Afghanistan.

          Und so ist er auch entstanden: Denn als Dietel vor drei Jahren den Auftrag bekam, ein neues Tarnmuster zu entwickeln, dass die Soldaten in den Einsatzumgebungen besser schützen sollte, begann er damit Fotos aus den Einsatzgegenden durchzuschauen. Was sind die dominierenden Farben? Gibt es Grün? Wenn ja, wie viel?

          Das neue Muster aus sechs Farben ist optimiert für mittlere Helligkeit. Auch der Kampfanzug wurde verändert. Etwa durch große Knopftaschen, wie sie bisher nur von Spezialkräften verwendet wurden.

          Die häufigsten Farben stellte er zu Mustern zusammen, die  geübte und ungeübte Testpersonen in einer simulierten Umgebung am Computer beurteilen sollten. Später wurden Prototypen der Anzüge geschneidert, die auf Truppenübungsplätzen in Deutschland und im Einsatz in Afghanistan erprobt wurden. Denn: „Wenn man ein Muster nicht in der Praxis überprüft, dann ist das fahrlässig.“

          Natürlich bleibe die Farbauswahl ein Kompromiss, sagt Dietel. „Nur das Chamäleon ist perfekt.“ Aber die Tarnung gelingt auch nicht bloß dadurch, dass die Farben des Anzugs der Farben der Gegend ähneln. Das Muster soll die Konturen verwischen und durch die großen Flächen in grau und beige etwa soll der Anzug laut Dietel für den Betrachter in dunkler Umgebung dunkler und in heller Umgebung heller wirken.

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