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Giftanschlag auf Nawalnyj : Mehrheit der Deutschen hält Schröders Gazprom-Posten für untragbar

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Hol’ mir mal ’ne Tasse Kaffee: Gerhard Schröder am 1. Juli vor einer Anhörung im Bundestag zum Pipelineprojekt Nord Stream 2 Bild: dpa

Wie soll Deutschland auf den Giftanschlag auf den russischen Oppositionellen reagieren? Von Merkels Vorgänger erwarten viele Bürger seine enge Verbindung zum Kreml zu lösen.

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          In der Diskussion um Konsequenzen nach dem Giftanschlag auf den russischen Oppositionellen Alexej Nawalnyj ist eine Mehrheit der Deutschen dafür, dass der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Gazprom-Posten aufgeben sollte. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die „Augsburger Allgemeine“ (Samstag) befürworten 53,4 Prozent der Befragten, dass sich der ehemalige SPD-Vorsitzende wegen des Falls Nawalnyj zurückzieht. 33,1 Prozent haben eigenen Angaben zufolge kein Problem mit seinem Posten. Der Rest ist demnach unentschieden.

          Vier von zehn Befragten (41 Prozent) sind laut Civey gar der Ansicht, dass Schröder „auf jeden Fall“ von seinen Posten zurücktreten sollte. Unter Grünen-Anhängern sehen das 69,8 Prozent so, unter Unionswählern sind es 60,2 Prozent. Selbst unter SPD-Anhängern befürworten 51,5 Prozent der Befragten eine Rücktritt Schröders von seiner Tätigkeit für das russische Staatsunternehmen. Der 76 Jahre alte Sozialdemokrat ist Präsident des Verwaltungsrates der Nord Stream 2 AG, bei der der russische Konzern Gazprom formal einziger Anteilseigner ist. Kritiker werfen ihm vor, in seiner Position Lobby-Arbeit für den Kreml zu betreiben.

          Nach der Vergiftung Nawalnyj waren Rufe laut geworden, als Reaktion den Bau der Gasleitung von Russland nach Deutschland zu stoppen. Die Bundesregierung betrachtet es nach Untersuchungen eines Speziallabors der Bundeswehr als zweifelsfrei belegt, dass der Oppositionelle mit dem militärischen Nervengift Nowitschok vergiftet wurde. Nawalnyj war am 20. August auf einem Flug in Russland plötzlich ins Koma gefallen und wird derzeit in Deutschland behandelt. Seine Anhänger vermuten Russland hinter dem Nervengiftanschlag. Moskau bestreitet indes eine Verwicklung in den Fall.

          Die Ergebnisse der Studie fußen auf dern Antworten von 5002 Teilnehmern aus Deutschland, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 3. bis 4. September 2020 befragte. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent. 

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