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Nacktfotos von Kindern : Politiker und Kinderschützer fordern schärfere Gesetze

  • Aktualisiert am

Als Konsequenz aus der Affäre Edathy werden Forderungen nach härteren Gesetzen laut. Kauf und Verkauf von Fotos nackter Kinder sollen strafbar werden, fordert der Kinderschutzbund.

          Der Fall Sebastian Edathy hat eine Debatte über notwendige Verschärfungen des Strafrechts ausgelöst. Der SPD-Politiker hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover Fotos und Filme von nackten Kindern gekauft, die im Grenzbereich zur Kinderpornografie zu verorten seien. Nach Angaben von Edathy handelte es sich um gänzlich legales Material.

          Im Strafrecht wird zwischen Darstellungen (etwa Fotos, Filme, Zeichnungen) der Kategorie eins und zwei unterschieden. In Kategorie eins fallen Darstellungen sexueller Handlungen von, an oder vor Kindern. Sie gelten als Kinderpornografie. Verbreitung, Kauf und Besitz solcher Bilder ist laut § 184b des Strafgesetzbuches strafbar. In Kategorie zwei fallen Bilder nackter Kinder, bei denen nicht ihre Genitalien im Fokus stehen. Solche Aufnahmen sind nach derzeitiger Gesetzeslage nicht strafbar.

          „Eine Gesetzeslücke“

          Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, sagte der Zeitung „Die Welt“: „Der Fall Edathy zeigt klar, dass es hier eine Gesetzeslücke gibt.“ Diese Lücke müsse geschlossen werden: „Wenn Darstellungen von Kindern erzeugt werden, um sexuelle Interessen von Erwachsenen zu befriedigen, muss dies im Sinne eines besseren Kinderschutzes strafrechtlich sanktioniert werden.“

          Auch der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, plädierte dafür, den Kauf und Verkauf solcher Bilder generell unter Strafe zu stellen. Es handle sich um einen schweren Verstoß gegen die Menschenwürde, wenn mit solchen Bildern Geschäfte gemacht würden, sagte Hilgers dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Schließlich würden die Opfer nicht nach ihrem Einverständnis gefragt. Man müsse aber darauf achten, dass die Politik nicht Dinge kriminalisiere, die zum alltäglichen Leben gehörten - etwa wenn Eltern im Urlaub ihre Kinder am Strand fotografierten.

          Auch Forderungen nach schärferen Strafen

          Auch in der CDU gibt es laut der „Rheinischen Post“ Überlegungen, die gewerbliche Verbreitung derartiger Bilder zu verbieten. Auch „bloße“ Nacktaufnahmen könnten Kinderseelen verletzen, besonders wenn sie weltweit verbreitet würden, sagte Innen-Staatssekretär Günter Krings (CDU) der Zeitung.

          Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte der „Rheinischen Post“, wenn sich der „Rauch“ in der Edathy-Affäre gelegt habe, „werden wir über die problematische Grauzone reden müssen, dass käuflich erworbene Nacktfotos von Kindern strafrechtlich nicht relevant sind“. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte bereits angekündigt, eine Verschärfung der Gesetze prüfen zu wollen.

          Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) forderte überdies schärfere Strafen für Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. Die Strafen seien derzeit zu niedrig, sagte der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz zu „Handelsblatt Online“: „Es kann nicht sein, dass in den überwiegenden Fällen von Kinderpornografie eine Einstellung oder eine kleine Geldstrafe erfolgt.“ Der Opferschutz sei hier besonders wichtig, sagte Schulz, zumal sich hinter jedem Bild ein Schicksal verberge. Die Kinder würden teilweise schwer traumatisiert.

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