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Wegen nachlassender Nachfrage : Hamburg hebt Impfpriorisierung auf

Zuletzt vor allem mit Zweitimpfungen beschäftigt: Impfzentrum in den Hamburger Messehallen Bild: dpa

Lange hat sich Hamburg gegen die Aufhebung der Impfpriorisierung gestäubt. Jetzt gibt auch die zweitgrößte Stadt Deutschlands die Terminvergabe frei.

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          Auch Hamburg hat jetzt mit sofortiger Wirkung die Priorisierung in seinem Impfzentrum aufgehoben. Das teilte der Senat am Montag mit. Demnach können sich von nun an alle Hamburger um einen Termin zur Corona-Schutzimpfung in dem Impfzentrum bemühen, und nicht mehr nur jene, die zu einer der drei Priorisierungsgruppen gehören. Auch weitere Nachweise sind nicht mehr notwendig. Am Montag waren laut Gesundheitsbehörde gut 10.000 Termine buchbar. „Alle Personen, die priorisiert eine Schutzimpfung erhalten sollten, hatten in Hamburg die Gelegenheit, einen Impftermin zu vereinbaren“, hieß es dazu in einer Mitteilung des Senats.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Damit endet auch in Deutschlands zweitgrößter Stadt die Phase der Priorisierung bei der Vergabe der Impftermine vollständig. Die Priorisierung war aufgrund der knappen Impfstofflieferungen lange Zeit noch notwendig gewesen. Das Bundesgesundheitsministerium hatte sie auf der Grundlage von Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ausgefertigt, es gab drei aufgrund von Alter, Vorerkrankung oder beruflichen Umständen priorisierte Gruppen. Aus dem Hamburger Senat waren daher auch kritische Töne zu hören gewesen, als bereits im Mai über die Aufhebung der Priorisierung in Deutschland diskutiert worden war. Es wurde darauf verwiesen, dass die Impfstoffe noch länger knapp bleiben würden.

          Seit dem 7. Juni ist diese Priorisierung trotzdem in den Arztpraxen überall im Land schon aufgehoben – auch in Hamburg –, und auch Betriebsärzte können bereits ohne Priorisierung impfen. Der Beschluss von Bund und Ländern dazu enthielt aber die Möglichkeit, dass die Länder die Priorisierung in ihren Impfzentren beibehalten konnten, um die besonders gefährdeten Gruppen weiter mit Vorrang zu impfen.

          Zuletzt fast nur noch Zweitimpfungen

          Hamburg hatte früh angekündigt, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen. Offensichtlich aber ließ die Nachfrage an Impfterminen von Personen aus einer der drei Priorisierungsgruppen deutlich nach. Lange war das Impfzentrum zuletzt vor allem mit Zweitimpfungen beschäftigt gewesen. Als aber vor Kurzem mehr als 20.000 neue Termine für die drei Priorisierungsgruppen eingestellt worden waren, wurden diese aber offensichtlich nicht mehr vollständig belegt. „Mehr als 900.000 Menschen, und damit rund die Hälfte der Menschen in Hamburg haben schon mindestens eine Corona-Schutzimpfung erhalten“, sagt die zuständige Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD).

          Es sei etwas ganz Besonderes gewesen, wie man in den vergangenen Monaten sehr konsequent zunächst die Alten, Kranken und Verletzlichsten in Hamburg geschützt habe, sagte Leonhard weiter. „Die letzten Monate waren aber für uns alle auch nervenaufreibend, denn natürlich wären wir alle gern noch schneller vorangekommen“, äußerte sie. Zwar werde es noch immer „etliche Wochen“ dauern, bis alle ihren Impftermin hinter sich haben. Dennoch sei der Zeitpunkt gekommen, „zu dem jede und jeder sich um einen Impftermin bemühen sollte, denn damit schützt man sich selbst und ist ein Teil des Schutzrings für die eigene Familie, den Freundeskreis und die ganze Stadt“.

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