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Nachfolger des G-36 : Streit um das Sturmgewehr

Bei vielen Soldaten nach wie vor beliebt: Das Sturmgewehr G-36 Bild: dpa

Die neue Standardwaffe der Bundeswehr soll das Unternehmen Haenel liefern. Noch nie hat die kleine Firma aus Suhl einen so großen Auftrag erhalten. Hinter ihr steht eine Holding aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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          Aus Sicht der Bundeswehr ist das Bieterverfahren um die neue Standardwaffe des Heeres gut gelaufen. Denn am Ende eines jahrelangen Prozesses hat sich herausgestellt, dass es in Deutschland zumindest zwei Anbieter gibt, die mit ihren Sturmgewehren den hohen Anforderungen genügten. Was Treffsicherheit, Gewicht und Verwendungsvielfalt betrifft, sollte die Nachfolgewaffe eine echte Verbesserung gegenüber dem bisherigen G-36-Sturmgewehr bieten. Das wurde am Ende wohl erreicht. Die Forderungen der Bundeswehr waren schwer zu erfüllen, denn die bisherige Waffe ist in der Truppe nach wie vor sehr beliebt. Eine modifizierte Version, das Modell HK416 des Herstellers Heckler & Koch, wird sowohl in den französischen Streitkräften als auch bei den amerikanischen Marines eingesetzt, ebenso in Norwegens Armee. Doch das genügte den Beschaffern nicht, um eine 250 Millionen Euro teure Nachfolge für das bewährte Gewehr zu rechtfertigen, das ebenfalls in Oberndorf am Neckar produziert wird.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Das G-36 war vor einigen Jahren ein Opfer der Politik geworden. In einem Streit der Waffenexperten und Techniker schlug sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf die Seite der Kritiker und bescheinigte dem Gewehr Anfang 2015, es habe in der Bundeswehr keine Zukunft. Der damalige Generalinspekteur erließ strikte Weisungen zum Umgang mit der Waffe, die den Eindruck erweckten, das Gewehr sei unter Umständen für seinen Nutzer gefährlicher als für einen Gegner. Bis heute vertraut die große Mehrheit der Truppe auf das G-36, egal ob in der Hitze von Mali und Kundus oder beim Wintermanöver in Norwegen.

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