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„Ohne ihn hätten wir gewonnen“ : AfD-Politiker ätzen gegen Özil

  • -Aktualisiert am

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier bei einer Pressekonferenz in Leipzig Bild: dpa

Deutschland diskutiert über das Scheitern der Nationalmannschaft bei der WM. AfD-Politiker nutzen die Debatte – für abfällige Kommentare über die Nationalspieler Özil und Gündogan.

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          Zum ersten Mal ist Deutschland bei einer Weltmeisterschaft schon in der Vorrunde ausgeschieden. Für Politiker der AfD war schnell klar, wer für das Scheitern der DFB-Elf verantwortlich ist – auf Twitter äußerten sie sich abfällig über Mesut Özil und Ilkay Gündogan. Die beiden Nationalspieler hatten sich Mitte Mai mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen und sich dabei mit ihm fotografieren lassen. Das Foto löste eine zum Teil emotional geführte Debatte über die Loyalität von Nationalspielern mit Migrationshintergrund zu Deutschland aus.

          In Anspielung auf das umstrittene Foto unterstellte der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier Özil, mit Absicht gegen Südkorea verloren zu haben. Das deutsche Team unterlag der asiatischen Mannschaft am Mittwoch im russischen Kasan mit 0:2.

          Auf Twitter veröffentlichte Maier kurz nach Spielschluss ein Foto von Özil, auf dem der Spruch „Zufrieden, mein Präsident?“ zu lesen ist. Dazu schrieb der ehemalige sächsische Richter: „Ohne Özil hätten wir gewonnen!“

          Maier ist bekannt für seine provozierenden, zum Teil fremdenfeindlichen Äußerungen. Anfang des Jahres hatte er mit einem rassistischen Tweet gegen Noah Becker, Sohn des ehemaligen deutschen Tennisspielers Boris Becker für Empörung gesorgt – auch in der eigenen Partei.

          Chistian Lüth, Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion, äußerte sich am Mittwochabend ähnlich wie Maier. „Özil kann zufrieden sein, Glückwunsch Erdogan“, schrieb er auf Twitter.

          Jessica Bießmann, AfD-Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus, forderte via Twitter den Rauswurf von Özil und Gündogan aus der deutschen Nationalmannschaft. Dazu schrieb sie: „Zur nächsten WM wieder mit einer echten Nationalmannschaft!“  

          Stephan Brandner, Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag, zog nach dem Ausscheiden der DFB-Auswahl einen Vergleich zur Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auf Twitter veröffentlichte er am Mittwochabend eine Fotomontage, auf der Merkels Oberkörper mit dem Kopf von Bundestrainer Joachim Löw zu sehen ist, zusammen mit einem Ausspruch, den Merkel 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise verwendet hatte: „Wir schaffen das!“

          Schon vor dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft hatten sich AfD-Politiker immer wieder mit provokanten Äußerungen zu Wort gemeldet. Jörn König, sportpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, hatte Özil vor dem 2:1-Sieg gegen Schweden mangelnde Loyalität zu Deutschland vorgeworfen. Auf Twitter hatte er geschrieben: „Im Türkei-Trikot fühlt er sich bestimmt wohler!“

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