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Nach Wiederöffnung der Schulen : Lohnfortzahlung für Eltern wird nicht verlängert

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Unterricht zu Hause ist eine Herausforderung für die ganze Familie. Bild: KNA

Wegen der Wiederöffnung von Kindergärten und Schulen sei keine Verlängerung der Ausgleichszahlungen notwendig, so das Bundesarbeitsministerium. Linke und DGB fordern, die Frist zu verlängern, bis es wieder eine regelmäßige Betreuung gibt.

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          Die Bundesregierung plant derzeit keine Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder in der Corona-Krise nicht zur Arbeit gehen können. Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums verwies auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ darauf, dass Kindergärten und Schulen verstärkt wieder öffneten. Deshalb werde es „nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben“.

          Eltern können bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren während der Pandemie wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Die Leistung ist aber begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird bisher höchstens sechs Wochen lang gezahlt. Zeiten, in denen die Kita oder Schule ohnehin wegen Ferien geschlossen wäre, werden nicht mitgerechnet.

          Linksfraktionschef Dietmar Bartsch nannte es einen „Skandal, wie die Bundesregierung mit Eltern umgeht, die auf Kinderbetreuung verzichten müssen“. Kinder, Frauen und vor allem Alleinerziehende würden zu Verlierern der Corona-Krise, sagte Bartsch der Zeitung. Er appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), die Sechs-Wochen-Frist „unbürokratisch zu verlängern, bis es einen Regelbetrieb an Grundschulen und Kitas gibt“.

          Auch DGB-Vorstandsmitlied Anja Piel verlangte eine Nachbesserung. Viele Familien seien angesichts des Notbetriebs in den Kitas und des eingeschränkten Schulbetriebs „weiter von Existenzsorgen und Betreuungsengpässen gebeutelt“.

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