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Nach Transplantationsskandal : Scharfe Kritik an Bayern

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Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery
          1 Min.

          Nach Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten bei Organtransplantationen an den Kliniken in Göttingen und Regensburg konzentriert sich die Debatte auf die Frage, wie man solchen Vergehen entgegenwirken könne. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte am Freitag, er erwarte „Vorschläge, wie künftig Manipulationen und andere Verstöße besser zu verhindern sind“. Dazu lud er für den 27. August Vertreter aller an der Organtransplantation mitwirkenden Institutionen zu einem Krisengespräch auf Fachebene ein. Bahr sagte, er wolle nicht zulassen, „dass durch die Vorfälle das Vertrauen in die Organspende Schaden nimmt“.

          Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, verlangte eine Stärkung der unabhängigen Selbstkontrolle der Ärzteschaft. Deren Überprüfungen müssten stärker mit staatlicher Kontrolle verzahnt werden. Am Beispiel Regensburg zeige sich, dass die staatliche Kontrolle versagt habe. Die Selbstverwaltung der Ärzte hätte schon 2005 auf Unregelmäßigkeiten in Regensburg hingewiesen. „Wir haben mit den bayerischen Institutionen gesprochen. Niemand hatte auch nur die Spur eines Interesses, diesen Fall damals zu verfolgen“, zitierte ihn die Zeitung „Die Welt“.

          Leber nach Jordanien transplantiert

          Damals waren nach Angaben der Regensburger Universitätsklinik verbotenerweise jordanische Patienten auf die Warteliste für europäische Transplantationspatienten gelangt. Außerdem hatte der als Hauptverdächtiger geltende „Doktor O.“ illegalerweise eine Leber in Jordanien transplantiert. Der Mediziner war zuerst in Regensburg und später in Göttingen tätig.

          Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) wiesen die Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen 2005 einstellen müssen, da es keinen konkreten Nachweis gegeben habe. Am Vortag hatte Heubisch den Chef der chirurgischen Klinik beurlaubt. Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Frank-Walter Steinmeier verlangte, die Verantwortlichen müssten mit aller Härte des Strafrechts zur Rechenschaft gezogen werden. Auch der CDU-Gesundheitsfachmann Jens Spahn verlangte „drastische Strafen“. Von Seiten der Krankenkassen wurde ein „Runder Tisch“ mit allen Beteiligten angeregt.

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