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Nach Rückzug der Parteispitze : Wie geht es weiter in der Linkspartei?

Sie sind es bald nicht mehr: Katja Kipping und Bernd Riexinger am Montag Bild: EPA

Die Linkspartei braucht eine neue Führung: Nach dem Rückzug von Katja Kipping und Bernd Riexinger läuft alles auf eine weibliche Doppelspitze hinaus. Wer sind die beiden Favoritinnen?

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          Zwei Frauen sind in der Linkspartei als künftige Vorsitzende im Gespräch: Susanne Hennig-Wellsow aus Thüringen und Janine Wissler aus Hessen. Beide haben viele Ähnlichkeiten, aber auch politische Gegensätze, mit denen sie die verschiedenen Flügel der Partei repräsentieren könnten. Zu den Ähnlichkeiten gehört, dass sie beide Fraktionsvorsitzende sind. Die 42 Jahre alte Hennig-Wellsow, die zugleich auch Landesvorsitzende ist, zeichnet sich durch ein weitgehend geräuschloses Zusammenspiel mit dem linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow in Erfurt aus, sie gilt als Pragmatikerin, auch wenn sie verbal manch ideologisches Prinzip hochhält. Für bundesweites Aufsehen hatte sie im Februar diesen Jahres gesorgt, als sie nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD, einen Blumenstrauß dem frisch gewählten vor die Füße warf.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Wissler hingegen kommt vom äußersten linken Flügel der Partei. Die 36 Jahre alte Politikerin aus Hessen, die auch stellvertretende Bundesvorsitzende ist, hat sich bisher gegen das Regieren gewandt. Auf der Strategiekonferenz in Kassel hatte sie noch unter dem Beifall der Teilnehmer gesagt: „Es rettet uns kein höh’res Wesen und auch kein linker Minister.“ Unter den Reformern in der Partei gibt es starke Vorbehalte gegen sie, da sie der trotzkistischen Gruppe „Marx 21“ angehört und deshalb im Verdacht steht, dass ihre Loyalität nicht uneingeschränkt der Linken gehört. Allerdings hat sich Wissler im Hessischen Landtag in der Opposition einen Namen als fleißige Arbeiterin gemacht. In der Partei wird ihr zugetraut, auch den linken Flügel dazu zu bewegen, nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr in eine mögliche Koalition mit Grünen und SPD einzutreten.

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