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Ergebnislose Ressortgespräche : Kanzleramt macht Wölfe zur Chefsache

  • -Aktualisiert am

Ab wann sollen Wölfe abgeschossen werden dürfen? (Symbolbild) Bild: dpa

Die Umweltministerin konnte sich mit der Landwirtschaftsministerin bislang nicht auf eine gemeinsame Linie zum Abschuss von Wölfen einigen. Das Thema ist aufgeladen – vor allem in Ostdeutschland.

          Das Bundeskanzleramt hat die bisher ergebnislosen Ressortgespräche über den Abschuss von Wölfen an sich gezogen. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums der F.A.Z. Bisher haben sich die sozialdemokratische Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die zugleich stellvertretende CDU-Vorsitzende ist, trotz langer Verhandlungen nicht darauf einigen können, unter welchen Umständen Wölfe erschossen werden dürfen.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Freitag in Berlin, sie wolle sich nicht zu „internen Abläufen“ äußern. Es handele sich beim Thema Wölfe um einen „normalen Abstimmungsprozess“.

          Klöckner und Schulze waren erst im Januar bei einem als „Wolfsgipfel“ bezeichneten Treffen mit dem Versuch einer Einigung gescheitert. Kurz gesagt will Klöckner die Hürden für einen Abschuss der Tiere weniger hoch ansetzen als Schulze.

          Das Thema ist politisch aufgeladen, besonders in Ostdeutschland. Im Bundestag wurde schon mehrmals im Plenum und in den Ausschüssen über den Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation debattiert. Derzeit sind es etwa tausend Tiere.

          Die AfD zieht seit längerer Zeit offen Vergleiche zwischen dem Vordringen der Wölfe nach Deutschland und der Flüchtlingsbewegung. Vor den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Thema offenbar geklärt wissen.

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