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Nach Razzien : Gift des Terrors

Die Razzien der Polizei richten sich gegen Leute, die Panik und Schrecken verbreiten wollen. Davon sollten sich aber auch die Leute angesprochen fühlen, die in jedem Flüchtling einen Verdächtigen sehen.

          Die Einsätze von Antiterroreinheiten, wie die in fünf Bundesländern am Dienstag, werden sich häufen. Denn je mehr der „Islamische Staat“ so unter Druck gerät wie jetzt im Norden des Iraks, desto mehr droht dessen Logik der Eskalation, nach der es gilt, Krieg in die Länder der „Ungläubigen“ zu tragen. Es erschwert die Situation sicherlich, dass das Gift des Terrors just aus den Staaten stammt, denen Tausende nach Deutschland entflohen sind – dazu zählt, daran haben die Einsätze am Dienstag erinnert, auch Tschetschenien, wo russisches Militär unter Befehl Wladimir Putins einst Mittel eingesetzt hat wie jetzt wieder in Syrien.

          Die Razzia der Polizei sendet dennoch eine beruhigende Botschaft aus. In Deutschland soll sich niemand sicher fühlen dürfen, der Unsicherheit, gar Panik und Schrecken importieren oder exportieren will. Razzien der deutschen Polizei sollen aber auch diejenigen beeindrucken, die auf ganz andere Weise Panik verbreiten - indem sie in jedem Flüchtling einen potentiellen Terroristen sehen und Verdächtigungen streuen. Auch gegen sie richtet sich der Polizeieinsatz: indem die Polizei ihre Arbeit macht. Für einen Generalverdacht besteht kein Grund. Er schürt nur den Hass, den Fundamentalismus jeglicher Couleur als Nährboden braucht.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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