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Nach rassistischen Protesten : Erstmals Demonstration für Flüchtlinge in Freital

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Die Polizei trennte die Demonstranten für die Flüchtlinge und die Gegner des Heims (im Hintergrund) Bild: dpa

Bisher bestimmte der Protest gegen ein Asylbewerberheim die Nachrichten aus dem sächsischen Freital. Nun gab es unter Polizeischutz eine Kundgebung für die Flüchtlinge.

          Nach tagelangen Protesten gegen ein Asylbewerberheim in Freital in Sachsen haben am Freitag mehrere hundert Menschen ihre Solidarität mit den Flüchtlingen demonstriert. Nach Polizeiangaben kamen etwa 500 Unterstützer zu einer Kundgebung für Weltoffenheit und Toleranz. Die Polizei hielt rund 150 Gegner der Unterkunft auf Abstand. Zwischenzeitlich war die Stimmung angespannt. Bis zum Abend habe es aber keine Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

          Grünen-Landeschef Jürgen Kasek sagte auf der Kundgebung, die Politik der Landesregierung trage Mitverantwortung für die Eskalation. „Das Problem von Sachsen heißt Rassismus. Es hat viel zu lange Verständnis für die Rassisten gegeben“, betonte er. Neben Kasek waren auch andere Landtagsabgeordnete gekommen. Mitorganisator Eric Hattke vom Netzwerk „Dresden für alle“ sagte, rechtes Gedankengut dürfe nicht hingenommen werden.

          Seit Tagen protestieren einige Dutzend Menschen jeden Abend mit teils rassistischen Parolen gegen das Heim, in dem jetzt knapp 400 Bewohner leben. Verschiedene Gruppen und Parteien hatten deshalb für Freitagabend zu der Gegen-Kundgebung aufgerufen. Dort traten auch Bands auf. Ein Bewohner der Unterkunft bedankte sich für die Unterstützung. Flüchtlingskinder berichteten von der Flucht mit ihren Familien nach Deutschland.

          Ein ehemaliges Hotel wurde in der Stadt bei Dresden kurzfristig zur Außenstelle der sächsischen Erstaufnahmeeinrichtung umgewandelt - mit knapp 400 Plätzen inklusive der bereits zuvor vom Landkreis dort untergebrachten Flüchtlinge. Unterstützer der Asylbewerber wurden mehrfach angegriffen, auch Freitals scheidender Oberbürgermeister Klaus Mättig (CDU) erhielt schon Drohungen.

          Laut Innenministerium bearbeitet das Operative Abwehrzentrum (OAZ) seit Beginn des Jahres Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen. Bisher laufen die Ermittlungen in 21 Fällen mit 13 Amt- und Mandatsträgern - unter anderem wegen Beleidigung, Bedrohung oder Sachbeschädigung. Zudem registrierte das OAZ im ersten Quartal des Jahres 20 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Sachsen.

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