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Nach Pro-Erdogan-Demo : Kurdische Großveranstaltung in Köln offenbar vor dem Aus

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Anhänger des türkischen Staatspräsidenten Erdogan warten am 31.07.2016 in Köln auf den Beginn der Kundgebung. Bild: dpa

Vor wenigen Wochen demonstrierten Tausende Erdogan-Anhänger in Köln. Im September wollten auch Kurden eine Veranstaltung am Rhein abhalten. Doch dazu wird es wohl nicht kommen – die Polizei hat Bedenken.

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          Eine für den 3. September im Kölner Rhein-Energie-Stadion angekündigte Großveranstaltung von Kurden wird offenbar nicht wie geplant stattfinden. Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies teilte am Mittwoch mit, er habe wegen Sicherheitsbedenken der städtischen Gesellschaft Kölner Sportstätten GmbH empfohlen, den Veranstaltungsvertrag nicht zu unterzeichnen. Dem sei das städtische Tochterunternehmen gefolgt und habe mitgeteilt, dass die Gespräche mit dem Veranstalter beendet würden.

          Im Kölner Stadion sollte in zweieinhalb Wochen das 24. Internationale Kurdische Kulturfestival stattfinden. Veranstalter ist das „Demokratische Gesellschaftszentrum der Kurdinnen in Deutschland“ (Nav-Dem), das zu der Großveranstaltung laut Medienberichten mehrere zehntausend Teilnehmer erwartet.

          Der Kölner Polizeipräsident erklärte am Mittwoch zu den Veranstaltungsplänen, die „jüngsten gewalttätigen Konflikte in der Türkei“ hätten zu einer „hohen Emotionalisierung“ auch der in Köln lebenden Kurden und Türken geführt. Diese Entwicklung bereite der Polizei „große Sorgen“.

          „Gewalttätige Aktionen zu erwarten“

          Die Kölner Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass bei dem kurdischen Festival im Kölner Stadion massiv Werbung für die in Deutschland verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gemacht werden soll. Solche Aktionen würden jedoch auch außerhalb des Rhein-Energie-Stadions insbesondere von türkischen Nationalisten wahrgenommen werden, mahnte die Behörde.

          „In Folge der ohnehin schon angespannten Stimmungslage sind gewalttätige Aktionen, vor allem während der An- und Abreise, beim Aufeinandertreffen der beiden verfeindeten Lager zu erwarten“, hieß es in einer Mitteilung der Polizei.

          Das Internationale Kurdische Kulturfestival hatte in den Vorjahren mehrere zehntausend Teilnehmer angezogen. Zuletzt fand die Großveranstaltung in Düsseldorf statt.

          Die geplante Absage der Veranstaltung ist deshalb pikant, weil im Juli noch mehrere Tausende Anhänger des türkischen Staatspräsidenten Erdogan eine symbolträchtige Kundgebung abhalten durften.

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