https://www.faz.net/-gpf-a4q8w

Partnerschaft für Homosexuelle : Viele Bischöfe schweigen zu Papst-Aussage

Die deutschen Bischöfe bei der Herbstvollversammlung in Fulda im vergangenen Jahr. Bild: EPA

In einem Dokumentarfilm befürwortet Papst Franziskus zum ersten Mal eine eingetragene Partnerschaft von Homosexuellen. Die Mehrheit der deutschen Bischöfe will sich dazu aber nicht äußern.

          1 Min.

          Die deutschen Bischöfe wollen sich mehrheitlich nicht zu den jüngsten Aussagen des Papstes über Homosexuelle äußern. Gegenüber der F.A.S. gaben viele an, den Zusammenhang der veröffentlichten Zitate nicht genau zu kennen. Als einer von wenigen sagte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer: Alle Äußerungen des Papstes seien zu deuten „im Licht der Lehre der Kirche, wie sie im Katechismus zusammengefasst ist und die der Papst offenbar selbst nicht in Frage stellt, sondern bekräftigt“. Ein Film sei kein Medium für lehramtliche Verkündigung.

          Laut Katechismus sind homosexuelle Handlungen „in sich nicht in Ordnung“. Franziskus hatte in einem Dokumentarfilm über homosexuelle Paare gesagt: „Was wir benötigen, ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht.“ Es war das erste Mal, dass ein Papst eine eingetragene Partnerschaft befürwortete.

          Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, sagte, er toleriere, dass es in einer pluralistischen und säkularen Gesellschaft die Lebensform einer vom Staat garantierten eingetragenen Partnerschaft geben könne und dass diese Schutz und Rechte gewähren müsse. Nicht alle Bürger könnten auf das christliche Menschenbild verpflichtet werden, das eine „klare Vorstellung“ von Ehe und Familie als Gemeinschaft von Mann und Frau mit der Offenheit für Kinder habe.

          Für die Laien sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg: „Als das ZdK sich bei seiner Vollversammlung in Würzburg 2015 für eine Neubewertung homosexueller Partnerschaften und deren Segnung eingesetzt hat, galt das noch als eine unerhörte Wortmeldung.“ Die Äußerung von Franziskus zeige, wie schnell sich das ändere.

          Weitere Themen

          Gute Ferien, schlechte Ferien

          Kampf gegen Corona : Gute Ferien, schlechte Ferien

          Im Kampf gegen Corona wollen Bund und Länder den Bürgern die Weihnachtszeit erleichtern. Auch das Silvesterfeuerwerk soll nicht generell verboten werden. Neue Einschränkungen gibt es im Einzelhandel.

          Topmeldungen

          Die Bundeskanzlerin am Mittwoch vor der Pressekonferenz im Kanzleramt.

          Verlängerter Teil-Lockdown : Wo ist der rote Faden?

          Merkel und die Ministerpräsidenten stehen immer im Verdacht, selbst wenn sie noch so ausgewogen handeln, doch relativ wahllos zu entscheiden. Das mehrt die Unzufriedenheit – ist aber der goldene Mittelweg.

          Zum Tod von Diego Maradona : In den Händen Gottes

          Bei der WM 1986 wurde er in Argentinien zum Heiligen. Er war einer, der es nach ganz oben schaffte. Nun muss die Fußball-Welt sich von einem ihrer größten Spieler verabschieden: Im Alter von nur 60 Jahren ist Diego Armando Maradona gestorben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.