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Nach NRW-Wahl : Die SPD ist zurück in der Krise

  • -Aktualisiert am

Kann wohl selbst über seine Zukunft entscheiden: SPD-Spitzenkandidat Kutschaty am Wahlabend Bild: dpa

Mit der gewonnen Bundestagswahl glaubten die deutschen Sozialdemokraten, die tristen Jahre seien überwunden. Nach ihrem Debakel in Nordrhein-Westfalen sind sie aber wieder im Krisen-Modus.

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          Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen markiert für die SPD einen historischen Einschnitt – diese Diagnose wurde im Frühjahr 2017 schon einmal gestellt. Fünf Jahre später hat sich die Lage der Genossen weiter zugespitzt. Denn ihr bis dahin schlechtestes Ergebnis haben die Sozialdemokraten am 15. Mai um weitere viereinhalb Punkte unterboten, sie kamen auf nur noch 26,7 Prozent der Stimmen. Weiter denn je ist die SPD in ihrer zwischenzeitlichen Hochburg davon entfernt, strukturelle Mehrheitspartei zu sein, die CDU liegt nun neun Punkte vor ihr.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Als CDU und FDP 2017 Rot-Grün in Düsseldorf ablösten, konnten sich die Sozialdemokraten damit trösten, dass wenigstens die politischen Lager fest gefügt blieben. Nun aber müssen sie mit ansehen, wie sich CDU und Grüne, die beiden Gewinner der Landtagswahl 2022, einander im Sauseschritt annähern. Kommt es erstmals in der Landesgeschichte zu einer schwarz-grünen Koalition, dann hat die nordrhein-westfälische SPD auch noch die ihr seit beinahe drei Jahrzehnten „natürlich“ erscheinende rot-grüne Machtperspektive verloren. Auch ein Ampelbündnis – auf das SPD-Landeschef Thomas Kutschaty setzte – rückt in weite Ferne. Die vor einer Woche auf 5,9 Prozent abgestürzte FDP fühlt sich einstweilen nicht mehr zum Regieren berufen.

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