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Nach Missbrauchsskandalen : Es ist Zeit für echte Reformen in der Kirche

  • -Aktualisiert am

Die Wolken über der katholischen Kirche sind dunkel. Bild: dpa

Die Studie zu Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche ist nur der vorläufige Gipfel jahrzehntelanger Skandale und Enthüllungen. Mit diesen fünf Vorschlägen sollen Prävention und Aufarbeitung reformiert werden. Ein Gastbeitrag.

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          Nach der Erschütterung durch die Veröffentlichung der Missbrauchsfälle im katholischen Klerus im Jahre 2010 haben die deutschen Bischöfe ein Studie in Auftrag gegeben, um dieses Thema genauer aufzuarbeiten. Die jüngst vorgelegten Ergebnisse der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ haben die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche tief erschüttert. Die in der Studie aufgezeigten, mit den Strukturen unserer Kirche verbundenen Defizite müssen konsequent und schnell beseitigt werden. Besonders erschreckend ist, dass das Missbrauchsgeschehen – auch zehn Jahre nach seinem Bekanntwerden – weiter andauert.

          Die Tatsache, dass nach 2010 gefundene Regelungen zu Aufarbeitung und Prävention durch die Bischofskonferenz in den einzelnen Diözesen sehr unterschiedlich umgesetzt werden, bewirkt einen neuen Vertrauensverlust. Er reicht auch tief in die katholische Kirche hinein. Wie auf anderen Feldern des kirchlichen Reformbedarfs darf es nicht sein, dass man auf die letzte Diözese wartet. Es ist, mit den Worten von Kardinal Marx, ein „Wendepunkt für unsere Kirche“ erreicht.

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