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CDU-Politiker : Philipp Amthor und der lange Weg zurück

Philipp Amthor (CDU) Mitte August in seiner Heimat Ueckermünde Bild: Andreas Pein

Nach einem rasanten Aufstieg hat Philipp Amthor im Sommer einen heftigen Rückschlag erlitten. Doch in seiner Heimat wollen ihm viele trotz der Lobby-Affäre eine zweite Chance geben. Unser Korrespondent hat ihn dort begleitet.

          7 Min.

          Philipp Amthor hat gerade erst angefangen. Er ist aufgestanden, er lächelt, er trägt keine Krawatte mehr. Es ist ein Abend mit Parteifreunden in Grambow, einem Dorf am Rande von Vorpommern, Amthors Wahlkreis. Wälder und Felder, die polnische Grenze ist nah. In der Gaststätte am Dorfteich sitzen gut zwei Dutzend CDU-Mitglieder, das Bier steht auf den Tischen, Masken werden nicht getragen. Die meisten könnten Amthors Eltern oder Großeltern sein, er duzt viele von ihnen. Thomas Reim, graue Haare und schmaler Schnurrbart, hatte ihn angekündigt und gesagt, dass bald seine Wahl zum Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl anstehe und er denke, dass man „Philipp“ in „großer Einmütigkeit“ wählen werde. Dann ergreift Amthor das Wort, und gleich geht es, irgendwie zumindest, auch um die Lobby-Affäre, die im Sommer weit über die Grenzen Vorpommerns hinaus für Aufsehen gesorgt hat.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Ein langer Tag liegt hinter Amthor. Im feinen Sakko, mit Krawatte und Deutschlandfahnen-Pin war er mit Daniela Ludwig von der CSU unterwegs, sie ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Sie besuchten eine Klinik auf Usedom und eine in Ueckermünde, und weil sein Wahlkreis groß ist, sind die Wege lang. In einer Klinik fragte die Chefin, wie es komme, dass eine Beauftragte der Bundesregierung hierher zu Besuch komme, und die Beauftragte sagte, das sei einfach, weil Herr Amthor sie eingeladen habe. Es liege ihm am Herzen, regelmäßig Kollegen aus der Bundesregierung im Wahlkreis zu haben, sagte Amthor.

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