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Nach Kritik an Bischof : Vatikan schickt Schlichter nach Limburg

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Unter Supervision: der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Bild: Röth, Frank

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung kommt Kardinal Lajolo aus dem Vatikan nach Limburg. Er soll im Streit über die Amtsführung des Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst vermitteln.

          Der Vatikan greift in den Konflikt über die Amts- und Lebensführung des Bischofs von Limburg ein. Das Bistum bestätigte am Samstag Informationen der F.A.S., dass Kardinal Giovanni Lajolo am Montagnachmittag in Deutschland erwartet wird. Es veröffentlichte zudem ein Schreiben des Vatikans an den Bischof, in dem von einem „brüderlichen Besuch“ die Rede ist.

          Der Kardinal werde den brüderlichen Austausch mit dem Bischof und dem Domkapitel sowie weiteren relevanten Personen führen, „um wachen Auges auf die Gegebenheiten Ihrer Ortskirche zu schauen, die Geister zu unterscheiden helfen, gegebenenfalls brüderlich zu ermahnen, vor allem aber um Ihren bischöflichen Dienst zu stützen und zum Frieden und zur Einheit zu ermutigen“, heißt es in dem Brief weiter, der von Kardinal Ouellet unterzeichnet ist. Es handle sich nicht um eine formelle Apostolische Visitation, um die Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Ende August geben habe. Der Heilige Stuhl hege volles Vertrauen in die Amtsführung des Bischofs, nehme aber die Kritik in Medien und Öffentlichkeit ernst.

          „Klima lähmender Furcht“

          Im März vergangenen Jahres hatte eine Gruppe namhafter Priester über ein „Klima lähmender Furcht“ geklagt. Bald darauf wurde ein Erster-Klasse-Flug des Bischofs nach Indien publik. In diesem Zusammenhang ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts einer falschen eidesstattlichen Erklärung des Bischofs. In den vergangenen Wochen wurde nach Recherchen von F.A.Z. und F.A.S. bekannt, dass sich die Kosten für den Neubau des „Diözesanes Zentrum“ genannten Bischofshauses auf dem Limburger Domberg gegenüber dem ursprünglichen Ansatz in Höhe von zwei Millionen Euro vervielfacht haben.

          Kardinal Lajolo ist mit der katholischen Kirche in Deutschland wohlvertraut. Als junger Diplomat beobachtete er in den siebziger Jahren die Würzburger Synode. Von 1995 an war der Geistliche, der fließend deutsch spricht, Botschafter des Heiligen Stuhls in Berlin. In dieser Zeit geriet er mehrfach mit dem Kölner Kardinal Meisner aneinander. Acht Jahre später wurde Lajolo vatikanischer „Außenminister“, bis Papst Benedikt XVI. ihm im Jahr 2006 das Vertrauen entzog. Derzeit ist Lajolo Mitglied der vatikanischen Kongregation für die Bischöfe.

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