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Nach Krawallen in Chemnitz : Kaum Zulauf bei Pegida-Mahnwache in Dresden

  • Aktualisiert am

Einige Demonstranten stellen den Angriff Chemnitz in eine Reihe mit Anschlägen Berlin, Paris und London. Bild: AP

Nach den Krawallen bei rechten Demonstrationen in Chemnitz kamen zu einer Mahnwache des Bündnisses Pegida vor dem sächsischen Landtag nur wenige Teilnehmer. Doch schon für Donnerstag sind in Chemnitz weitere Proteste geplant.

          Eine Mahnwache von Bürgern aus dem Dunstkreis der islamfeindlichen Pegida-Bewegung hat am Dienstag in Dresden zunächst nur wenig Zulauf erhalten. Eine Stunde nach Beginn der Aktion, die anlässlich der Vorkommnisse in Chemnitz angemeldet wurde, waren nur etwa 50 Teilnehmer gekommen. Gut 100 Meter entfernt versammelten sich etwa dreimal so viele Gegendemonstranten. Da es auf beiden Seiten anfangs weder Sprechchöre noch Redebeiträge gab, wirkte das Geschehen sehr statisch.

          Später ergriffen bei der Mahnwache mehrere Redner das Wort und geißelten die Asylpolitik der Bundesregierung. Auf einem Banner wurde Chemnitz in einer Reihe mit Berlin, Paris und London genannt – Städte, in denen Attentate stattgefunden hatten. Die Mahnwache war unter dem Titel „Innere Sicherheit - schützt unsere Familien!“ von einer Person angemeldet worden. Unter den Teilnehmern befanden sich mehrere Menschen, die zum Stammpublikum von Pegida gehören.

          In Chemnitz hatte es am Sonntag eine tödliche Auseinandersetzung gegeben. Ein 35 Jahre alter Deutscher starb nach Messerstichen, zwei weitere Männer wurden schwer verletzt. Gegen einen Syrer und einen Iraker wurden Haftbefehle wegen Totschlags vollstreckt. Rechte Gruppen instrumentalisierten das Geschehen für ihre Zwecke. Sie zogen am Sonntag und Montag durch die Stadt, einige griffen wahllos Ausländer an. 

          Während die Lage in Dresden am Dienstag ruhig blieb, befürchtet Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in Chemnitz weitere Demonstrationen. „Es steht zu erwarten, dass auch in der kommenden Zeit versucht wird, in Chemnitz solche ähnlichen Aufmärsche zu organisieren“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Dresden. Schon am Donnerstag, wenn er zum Sachsengespräch genannten Bürgerdialog in die Stadt kommt, erwartet ihn eine Demonstration, die wieder die rechtspopulistische Bewegung Pro Chemnitz angemeldet hat.

          Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat einen Besuch in der sächsischen Stadt angekündigt. Am Freitag will Giffey nach Chemnitz fahren, um dort denen den Rücken zu stärken, die vor Ort für ein demokratisches Chemnitz eintreten, wie die Ministerin am Dienstag ankündigte. Sie wolle auch mit der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) sprechen. „Gerade in Ostdeutschland ist es wichtig, dass wir die Menschen stärken, die Haltung und Rückgrat beweisen“, betonte Giffey.

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