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Anschlag von Halle : Wie kann man den Judenhass bekämpfen?

Im Gedenken: Besucherin vor der Synagoge in Halle. Bild: Daniel Pilar

An Vorschlägen, wie man dem Antisemitismus in Deutschland entgegenwirken kann, fehlt es nicht. Eine bessere Aufklärung in den Schulen alleine reicht jedenfalls nicht.

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          Nicht nur Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich nach dem Terrorangriff von Halle in diesem Sinne: Man müsse jüdisches Leben in Deutschland besser schützen. Diese Forderung wurde umgehend und aus verschiedenen Richtungen erhoben. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, nannte es skandalös, „dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war“. Sein Stellvertreter Abraham Lehrer sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, man müsse über eine Aufstockung der Polizei sowie des Staats- und Verfassungsschutzes nachdenken. Und die Staatsministerin für Integration, Annette Widmann-Mauz, verlangte mehr Polizeischutz für Synagogen wie auch für Moscheen. Viele weitere äußerten sich ähnlich.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Doch wie kann dem Problem des Hasses auf Juden und andere Religionsgruppen oder Minderheiten fundamental begegnet werden? Denn der konkrete Schutz jüdischer Einrichtungen ist das eine – er wird ja aber gerade erst da notwendig, wo der Kampf gegen Antisemitismus versagt hat, wo er unzureichend ist oder noch nicht eingesetzt hat. So wird in diesen Tagen auch eine bessere Bildungsarbeit gefordert, um antisemitischen Einstellungen entgegenzuwirken und vorzubeugen. Man müsse sämtliche pädagogischen Konzepte überprüfen, sagte etwa der Zentralrats-Vizepräsident Lehrer. „Alle Bildungskonzepte, die wir seit 1945 entwickelt und praktiziert haben, müssen auf den Prüfstand: War das richtig? Warum hat es nicht zum gewünschten Erfolg geführt? Was müssen wir ändern? Was braucht es zusätzlich?“

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