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Nach Hacker-Angriff : Bundestag soll neues Computer-Netzwerk benötigen

  • Aktualisiert am

Im Mai wurde der Bundestag Ziel eines Hackerangriffs. Nun muss wohl ein neues IT-Netzwerk her. Bild: dpa

Dass Hacker Daten von Bundestags-Computern abgezweigt haben, ist bekannt. Doch die Folgen für das Parlament scheinen weitreichender als bisher angenommen.

          Die Cyberattacke auf den Bundestag hat Medienberichten zufolge deutlich mehr Schaden angerichtet als bisher bekannt. Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ muss das Parlament sein gesamtes Computer-Netzwerk neu aufbauen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Netz nicht mehr gegen den Angriff verteidigt werden könne und aufgegeben werden müsse. Einem Bericht von „Spiegel Online“ zufolge fließen noch immer Daten in unbekannter Richtung ab.

          Der Bundestag wollte sich am Mittwoch nicht zu den Berichten äußern. Das geschehe auch aus Respekt vor den zuständigen parlamentarischen Gremien, sagte Bundestagssprecher Ernst Hebeker. Seinen Angaben zufolge wird sich der Ältestenrat des Parlaments am Donnerstag mit dem Hackerangriff beschäftigen.

          Vor vier Wochen war bekannt geworden, dass Bundestags-Computer das Ziel einer beispiellosen Cyberattacke geworden waren. Unbekannte hatten einen Trojaner ins Netzwerk eingeschleust und Daten abgezweigt. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. Wiederholt war aber darüber spekuliert worden, dass möglicherweise ein ausländischer Geheimdienst dahinterstecken könnte.

          Laut „Spiegel Online“ wird in Parlamentskreisen bereits ein „Totalschaden“ befürchtet. Womöglich müsse nicht nur die Software der Rechner neu installiert, sondern auch die komplette Hardware ausgetauscht werden. Dies würde Monate dauern und Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe verursachen. NDR, WDR und „SZ“ berichten, die Angreifer hätten mittlerweile sogar Administratoren-Rechte an sich gebracht. Sie hätten somit Zugriff auf beliebige Systeme des Bundestags sowie auf alle Zugangsdaten der Fraktionen, Abgeordneten und Mitarbeiter.

          Der SPD-Netzexperte Lars Klingbeil kritisierte die Informationspolitik der Bundestagsverwaltung. „Gegenüber den Abgeordneten gibt es kaum Kommunikation und große Verunsicherung. Keiner weiß hier so richtig, was los ist“, sagte der Obmann der SPD-Bundestagsfraktion im Ausschuss Digitale Agenda. „Wir haben das im Ausschuss zweimal auf die Tagesordnung gesetzt. Und es ist niemand von der Bundestagsverwaltung gekommen, der uns da einen Bericht gegeben hat.“ Auch sein CDU-Kollege Tankred Schipanski (CDU), sagte: „Das ist von Seiten der Bundestagsverwaltung eine merkwürdige Informationspolitik.“

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