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Nach Gauck-Nominierung : Merkel lässt Röslers Frosch-Vergleich zurückweisen

  • -Aktualisiert am

Frosch-Gleichnisse und andere Sprachformate: Rösler und Frau Merkel arbeiten an der Basis ihrer Zusammenarbeit. Bild: dpa

Nach der Gauck-Nominierung provoziert der Vizekanzler die Kanzlerin mit einem weiteren Frosch-Gleichnis. Angela Merkel ließ mitteilen, sie bevorzuge andere Gesprächsformate.

          Der FDP-Vorsitzende und Wirtschaftsminister Rösler hat das durch die Umstände der Nominierung Joachim Gaucks zum Präsidentschaftskandidaten strapazierte Verhältnis zur Bundeskanzlerin weiter belastet.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Regierungssprecher Seibert kommentierte am Freitag einen Auftritt Röslers in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ mit den Worten: „Tiergleichnisse sind denkbar ungeeignet für die Beschreibung des Verhältnisses der Kanzlerin zu ihrem Vizekanzler“. Rösler hatte auf die Frage, wann Frau Merkel am vergangenen Wochenende gemerkt habe, dass sie der Frosch sei, gesagt: „Schätzungsweise bei der besagten Telefonschaltkonferenz des CDU-Präsidiums“.

          Hintergrund des Frosch-Gleichnisses ist die Rostocker Parteitagsrede Röslers vom Mai vergangenen Jahres. Damals hatte er das Image des „netten Herrn Rösler“ korrigieren wollen. Er erzählte zu diesem Zweck eine Geschichte von einem Frosch, der in ein kaltes Wasserbad gesetzt wird, das dann langsam erhitzt wird. „Wenn der Frosch merkt, was mit ihm passiert, ist es schon zu spät“, hatte Rösler seinerzeit gesagt.

          Zapfenstreich für Wulff

          Seibert sagte nun, Frau Merkel habe die ZDF-Sendung nicht gesehen, sie bevorzuge auch „andere Gesprächsformate“. Er fügte hinzu, was Rösler und Frau Merkel sich zu sagen hätten, sagten sie einander bei ihren vielen Treffen – bei jedem dieser Treffen wachse „aufs Neue die Basis ihrer Zusammenarbeit“. Frau Merkel hatte am Sonntag nach einer Schaltkonferenz der CDU-Führung aus Agenturmeldungen erfahren, dass das FDP-Präsidium sich auf Gauck festgelegt hatte. Rösler kündigte der Kanzlerin sodann an, in der Bundesversammlung notfalls auch gegen die Union mit SPD und Grünen für Gauck zu stimmen. Frau Merkel machte daraufhin deutlich, dass dies, sollte die FDP dabei bleiben, das Ende der Koalition bedeute, gab dann aber nach und beschloss, Gauck doch zu unterstützen. In der ZDF-Sendung sagte Rösler zudem auf die Frage, ob er Frau Merkel über den Tisch gezogen habe: „So würde ich das niemals sagen“.

          Derweil teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit, dass Verteidigungsminister de Maizière (CDU) dem zurückgetretenen Bundespräsidenten Wulff zur Verabschiedung einen Großen Zapfenstreich am 8. März angeboten und dieser sich darüber gefreut habe. Es ist noch nicht bekannt, welchen Musikwunsch Wulff habe.

          „Wenn der Frosch merkt, was mit ihm passiert, ist es schon zu spät.“ Bilderstrecke

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