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Nach erfolgreicher Petition : Tampon-Aktivistinnen starten Crowdfunding

  • -Aktualisiert am

Tausende Frauen haben am Freitag in der Schweiz bei einem Frauenstreik für mehr Gleichberechtigung demonstriert. Bild: dpa

Menstruationsprodukte werden in Deutschland mit 19 Prozent besteuert. Eine Petition, die den Steuersatz senken will, schaffte es unlängst in den Bundestag. Gespendete Gelder sollen nun bei der Umsetzung helfen.

          Nach der erfolgreichen sogenannten „Tampon-Petition“ – mit deren Forderung nach einer Senkung der Umsatzsteuer auf Menstruationsprodukte sich künftig der Petitions-Ausschuss des Bundestags beschäftigen muss – haben die Initiatorinnen der ersten Petition, Nanna-Josephine Roloff und Yasemin Kotra in dieser Woche gemeinsam mit dem Internetportal „welobby“ ein Crowdfunding ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Genügend Gelder zu sammeln, um die Umsetzung ihres Vorhabens, ebenjene Senkung der Steuer auf sieben Prozent, zu finanzieren.

          Roloff und Kotra, die beide Mitglied in der Hamburger SPD sind, sehen sich – nachdem sie bereits ein erfolgreiches Treffen mit Mitarbeiterinnen des familienpolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Marcus Weinberg, hinter sich gebracht haben – ausgerechnet Gegenwind aus der eigenen Partei ausgesetzt. Nach FAZ.NET-Informationen blockiert die SPD-Fraktion das Anliegen der CDU/CSU, sich sowohl mit Roloff und Kotra als auch mit Initiatorinnen anderer Petitionen zu treffen, die sich gezielt mit Frauengesundheit beschäftigen – darunter Anliegen, wie der verstärkten Aufklärung über weibliche Genitalverstümmelung oder einem Verbot des sogenannten „Upskirtings“, also dem Fotografieren unter den Rock. Die Begründung der SPD lautet Roloff zufolge: Man lade ausschließlich Verbände zu Gesprächsrunden ein – und keine Einzelpersonen. Immerhin habe man sie aber für September in die Arbeitsgruppe Familie eingeladen.

          Der Studentin Kotra und der Staatswissenschaftlerin Roloff dauert das allerdings zu lange. „Mit der Petition allein ist noch nichts gewonnen“, betonen sie gegenüber FAZ.NET. „Politisch kommt noch jede Menge Arbeit auf uns zu.“ Um ihr Vorhaben durchzusetzen, wollen sie sich ein Jahr lang professionell mit dessen Umsetzung beschäftigen und mit den zuständigen Mitarbeitern in den Finanzministerien der Länder sprechen sowie Positionspapiere erarbeiten. Dafür haben sie sich Hilfe von „welobby“ geholt, einem Verein für unabhängige Lobby-Arbeit. Dieser konnte zuletzt auch besseren Schutz für Menschen in betreutem Wohnen im Bundestag durchsetzen.

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