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Nach Eklat in Thüringen : Der Westen führt – der Osten folgt

Gemeinschaftswerk oder westdeutsche Bevormundung? Vielerorts ringt der Osten darum, sich gegenüber den alten Bundesländern zu behaupten. Bild: dpa

Nach der Kritik an der Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen fühlt sich das Land von Berlin gegängelt. Auch sonst ringt der Osten vielerorts darum, sich gegenüber den alten Bundesländern zu behaupten.

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          An guten Ratschlägen von oben mangelt es derzeit nicht für die Thüringer Landespolitik, und das gilt geographisch wie politisch gleichermaßen. Die Bundes-CDU in Berlin hätte zum Beispiel gern, dass die Thüringer Abgeordneten einen Übergangs-Regierungschef von SPD oder Grünen wählen. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hingegen schlug den Präsidenten des Thüringer Verfassungsgerichts als neutralen Ministerpräsidenten vor, allerdings ohne diesen zuvor gefragt zu haben. Und am Donnerstag kam auch noch Ralf Stegner, SPD-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, und forderte für Thüringen dialektisch „möglichst wenig Einmischung von außen“, um im gleichen Atemzug die Wiederwahl des „populären Ministerpräsidenten Ramelow“ zu verlangen. In Thüringen ist man der ungefragten Empfehlungen dabei längst überdrüssig. 

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die CDU-Abgeordneten machten sich darüber bereits am vergangenen Donnerstag beim kurzfristigen Besuch Annegret Kramp-Karrenbauers im Landtag in Erfurt Luft. Da sorgte vor allem das noch frische Verdikt der Bundeskanzlerin, wonach die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerichs zum Ministerpräsidenten mit Stimmen von CDU, FDP und AfD „ein unverzeihlicher Fehler“ und „das Ergebnis dieser Wahl rückgängig“ zu machen sei, für Unmut.

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