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Nach der Inzidenz : Wie die Politik die Pandemie neu vermessen will

Vor allem junge Leute, die nicht geimpft sind, stecken sich mit Corona an. Schwer krank werden sie meistens nicht Bild: dpa

Die Politik sucht einen neuen Wert, um angesichts steigender Impfungen den Stand der Corona-Pandemie zu bewerten. Die Hoffnungen ruhen auf den Krankenhaus-Zahlen, doch Fachleute warnen vor allzu einfachen Lösungen.

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          Ob Maskenpflicht, Abstandsgebot oder Lockdown: Jeder Schritt, den die Regierenden von Bund und Ländern im Kampf gegen Corona beschlossen haben, diente demselben Ziel. Das Gesundheitssystem sollte wegen der Pandemie keinesfalls überlastet werden. Kein Krankenhaus sollte Notfallpatienten abweisen, kein Hausarzt seine kranken Patienten auf später vertrösten müssen. Bislang ist das weitgehend gelungen. Bund und Länder ließen sich zu diesem Zweck vor allem von der Sieben-Tage-Inzidenz leiten, also der auf jeweils 100.000 Einwohner heruntergerechneten Zahl nachgewiesener Infektionen. Von einem Wert von 50 an sieht das Infektionsschutzgesetz vor, dass etwas passieren muss. Doch mit dieser Grenze soll bald Schluss sein.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Grund dafür ist die fortschreitende Impfkampagne. Die Impfungen – zuletzt galten mehr als 59 Prozent der Menschen im Land als vollständig immunisiert – verändern die Mathematik der Pandemie. Weil sich in einer weitgehend geimpften Gesellschaft viel mehr Menschen mit dem Virus infizieren können, ehe dieselbe Anzahl an Kranken in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gebracht werden müsste, soll sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rasch auf die Suche nach Alternativen machen. Das hat ihm das Corona-Kabinett am Montag aufgetragen.

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