https://www.faz.net/-gpf-9y0qb

Nach der Corona-Krise : Deutschland wird zum Vorsorgestaat

  • -Aktualisiert am

In der Corona-Krise sind Gesundheitssysteme in vielen Ländern überfordert: Intensivstation mit Covid-19-Erkrankten in einer Klinik im italienischen Pavia Bild: dpa

Die Corona-Krise erschüttert die Grundlagen unserer Gesellschaften und der Weltwirtschaft. Das Verhältnis von Markt und Staat wird sich fundamental ändern. Gesundheitssysteme sind nicht mehr privatisierbar. Ein Gastbeitrag des ehemaligen Außenministers.

          3 Min.

          Der Asteroid hat in Gestalt eines mikroskopisch kleinen, hochinfektiösen Virus eingeschlagen, und alles ist plötzlich anders. Eine historische Zäsur, wie sie die heute lebenden Generationen noch niemals erlebt haben. Auch wenn man das Ende dieser globalen Krise und deren Folgen noch nicht wirklich absehen kann, so lassen sich doch zu diesem Zeitpunkt bereits einige wesentliche Veränderungen erkennen.

          Diese Krise erschüttert die Grundlagen unserer Gesellschaften und der Weltwirtschaft, sie ist zugleich auch um Faktoren gefährlicher und größer als die globale Finanzkrise 2008. Denn sie bringt erstens eine tödliche Gefahr für Millionen von Menschen auf unserem Globus mit sich; sie ist global; und sie trifft die Realwirtschaft und nicht vor allem die Finanzindustrie wie 2008, so wichtig diese auch immer für die Wirtschaft ist. Nahezu die gesamten Wirtschaftskreisläufe wurden eingefroren, und allein das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere, weltweite Rezession nach sich ziehen. Und Covid-19 verändert den Alltag der Menschen radikal. Eine der heute noch offenen großen Fragen wird dabei sein, neben der Zahl der Toten und der Stabilität der Gesundheitssysteme, wie schwer diese Rezession ausfallen und welche dauerhaften Folgen sie haben wird. Und nicht zu vergessen: Noch können wir nur ahnen, welche Verheerungen das Virus in den Krisengebieten haben wird, in den Flüchtlingslagern und den unterentwickelten Regionen, in Afrika, Asien und dem Nahen Osten. Die Ärmsten der Armen wird es wohl wieder am schwersten treffen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Soldaten des Kommandos Spezialkräfte bei einer Übung im Jahr 2018

          KSK : Die fremde Welt vor der Kaserne

          Das Kommando Spezialkräfte verliert wegen rechtsextremer Umtriebe eine Kompanie. Der Gipfel der Demütigung, finden ehemalige KSK-Soldaten. Sie fühlen sich schon lange unverstanden.

          Trump am Mount Rushmore : Alles auf eine Karte

          Fehlende Empathie oder eiskaltes Kalkül? Amerikas Präsident stempelt die Black-Lives-Matter-Bewegung zur linksfaschistischen Gefahr ab. Bang muss man fragen, wozu er sich angesichts schlechter Umfragewerte noch hinreißen lässt.