https://www.faz.net/-gpf-80hyx

Nach Demo in Dresden : Pegida-Anhänger gehen auf Flüchtlinge los

  • Aktualisiert am

Die Pegida-Anhänger marschieren vor der Dresdner Frauenkirche. Bild: dpa

Kurz nach einer Pegida-Demonstration in Dresden kam es zu einer Konfrontation zwischen Pegida-Anhängern und Unterstützern eines Flüchtlingscamps. Die Polizei schritt ein und verhinderte Schlimmeres.

          1 Min.

          Nach einer Pegida-Demonstration in Dresden kam es zu einer Konfrontation zwischen etwa zwei Dutzend Rechtsextremen und Unterstützern eines Protestcamps von Flüchtlingen auf dem Platz vor der Semperoper. Die Polizei ging sofort dazwischen und konnte Schlimmeres verhindern. Auf dem Platz hatten sich mehrere hundert Unterstützer der Flüchtlinge eingefunden, um eine für den Abend erwartete Räumung des Zeltlagers zu verhindern. Allerdings wurde die Duldung des Camps verlängert, weil Anwälte im Auftrag der Demonstranten Rechtsmittel gegen Auflagen der Stadt eingelegt hatten. Eine Entscheidung wird nun am Dienstag erwartet.

          Zur gleichen Zeit marschierten am Montagabend abermals mehrere Tausend Anhänger der islamkritischen Pegida-Bewegung durch Dresden. Als sich die Gruppe von Teilnehmern nach der Kundgebung auflöste, strömten etwa 100 Menschen direkt zum Protestcamp. Über die anschließenden Vorkommnisse gibt es verschiedene Schilderungen. Der MDR berichtet von Rangeleien, während die Polizei lediglich von „wechselseitigen verbalen Provokationen“ spricht. Die Polizei war unter anderem mit Beamten zu Pferd im Einsatz und riegelte den Theaterplatz später mit Transportern ab.

          Die Stadt Dresden hatte den Bewohnern des Flüchtlingscamps zunächst eine Frist bis 20.00 Uhr gesetzt, um Zelte, Ausrüstungen und Toiletten abzubauen. Das Camp war am Wochenende spontan nach einer Demonstration für die Belange von Flüchtlingen entstanden. Trotz einer entsprechenden Aufforderung der Stadt wollen die Bewohner es nicht räumen.

          Legida-Anhänger attackiert

          Auch in Leipzig gingen Anhänger des Pegida-Ablegers auf die Straße. Am Rande seien fünf Legida-Sympathisanten von vermummten, schwarz gekleideten Männern angegriffen worden, berichtete die Polizei. Diese hätten sie geschlagen, zu Boden getreten und ihnen Reizgas ins Gesicht gesprüht. Die fünf Legida-Protestler wurden ambulant behandelt. Insgesamt sprachen die Ermittler aber vom bislang wahrscheinlich friedlichsten Demonstrationsabend.

          Trotz Verbots versammelten sich auch in der belgischen Hafenstadt Antwerpen am Montagabend etwa hundert Pegida-Anhänger. Die Polizei umringte die Demonstranten nach einem Bericht der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Einige Menschen wurden festgenommen. Die Stadtverwaltung hatte die Demonstration als zu gefährlich verboten. In Belgien gilt die zweithöchste Terrorwarnstufe. Fahnder verhinderten im Januar nach Behördenangaben einen größeren Anschlag islamistischer Extremisten.

          Weitere Themen

          Party machen und plündern

          Gewalt in den Niederlanden : Party machen und plündern

          Die gewaltsamen Ausschreitungen in den Niederlanden reißen nicht ab. Die Polizei braucht lange, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Unter die Randalierer haben sich auch Teenager gemischt.

          Fast alle Republikaner im Senat gegen Impeachment

          Verfahren gegen Trump : Fast alle Republikaner im Senat gegen Impeachment

          Nur fünf republikanische Senatoren stimmen mit den 50 Demokraten für den Fortgang des Amtsenthebungsverfahrens gegen den früheren amerikanischen Präsidenten. Die anderen halten es für verfassungswidrig. Damit wird eine Verurteilung extrem unwahrscheinlich.

          Topmeldungen

          Eine überwältigende Mehrheit der Republikaner im Senat steht hinter Donald Trump und hat gegen die Fortsetzung des Amtsenthebungsverfahren gegen ihn gestimmt.

          Verfahren gegen Trump : Fast alle Republikaner im Senat gegen Impeachment

          Nur fünf republikanische Senatoren stimmen mit den 50 Demokraten für den Fortgang des Amtsenthebungsverfahrens gegen den früheren amerikanischen Präsidenten. Die anderen halten es für verfassungswidrig. Damit wird eine Verurteilung extrem unwahrscheinlich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.