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Nach dem Auftritt bei „Jauch“ : Kritik an Sarrazin und Steinbrück

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Steinbrück und Sarrazin am Sonntag während einer Tonprobe für die Sendung „Günther Jauch“ Bild: dpa

In der SPD gibt es Unmut über den Auftritt Peer Steinbrücks in der ARD-Sendung „Günther Jauch“: mit Sarrazin solle sich niemand mehr in eine Talkshow setzen, hieß es. Der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Stegner legte Sarrazin den Parteiaustritt nahe.

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          In der SPD ist nach der Veröffentlichung einer neuerlichen Streitschrift des Sozialdemokraten Thilo Sarrazin abermals eine Debatte über den Umgang mit dem früheren Berliner Finanzsenator entbrannt. Der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Ralf Stegner legte ihm den Parteiaustritt nahe: „Sein einzig wertvolles Buch ist das Parteibuch. Er täte sich und der SPD einen großen Gefallen, wenn er dieses zurückgibt“, sagte er „Handelsblatt Online“.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Sarrazin, der wegen der migrationspolitischen Thesen seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ ein (später eingestelltes) Parteiordnungsverfahren über sich ergehen lassen musste, debattierte am Sonntag mit dem möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück in der ARD-Talksendung „Jauch“ über sein neues Werk „Europa braucht den Euro nicht“. Darin wirft Sarrazin unter anderem der SPD vor, als Eurobonds-Befürworter getrieben zu sein „von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben“.

          Obwohl Steinbrück Sarrazins Thesen zurückwies und ihm „Geschichtsvergessenheit und Geschichtsblindheit“ vorwarf, gab es Kritik in der SPD am Auftritt Steinbrücks an der Seite des Autors. Vor dem Studio demonstrierten unter anderen Juso-Mitglieder. Der SPD-Politiker Robbe sagte, mit Sarrazin sollte sich niemand mehr in eine Talkshow setzen. Steinbrück selbst wies in der Sendung den Vorwurf seines Nachfolgers im Amt des Bundesfinanzministers, Wolfgang Schäuble (CDU), als „Unverschämtheit“ zurück, er, Steinbrück, glaube vielleicht, „dass ihm solche Auftritte im Gerangel um die Kanzlerkandidatur helfen“.

          In der Sendung ging Steinbrück großzügig über die Bemerkung des Moderators hinweg, er habe seinerzeit als „einziger im SPD-Parteivorstand“ gegen ein Parteiordnungsverfahren gestimmt. Steinbrück gehörte weder im September 2010 noch heute dem Gremium an. Allerdings wandte Steinbrück sich damals öffentlich gegen einen Ausschluss Sarrazins. Am Sonntag wiederholte er, ein Ausschluss sei keine Lösung, man müsse sich inhaltlich mit Sarrazin auseinandersetzen.

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