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Nach Corona-Testpanne : Söder baut Kabinett um

  • Aktualisiert am

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Bild: dpa

Bayerns Gesundheitsministerin bekommt nach der Corona-Testpanne Verstärkung. Söder stellt ihr den bisherigen Bau- und Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek zur Seite.

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          Die Pannen bei den Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern in Bayern haben weitere politische Konsequenzen. Ministerpräsident Markus Söder baut zum zweiten Mal in der laufenden Wahlperiode sein Kabinett um. Ab diesem Donnerstag wechselt der bisherige Bau- und Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) unbefristet ins Gesundheitsministerium.

          Der Jurist soll die zuletzt massiv in die Kritik geratene Ministerin Melanie Huml (CSU) im Kampf gegen das Virus unterstützen und das viel kritisierte Pandemie-Krisenmanagement verbessern. „Ich freue mich, dass uns Klaus Holetschek ab heute im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützen wird“, sagte Huml. Die aktuellen Infektionszahlen zeigten, dass dabei noch große Herausforderungen auf Bayern zukämen. Mit Holetschek habe sie schon als Mitglied des Gesundheitsausschusses des Landtags hervorragend zusammengearbeitet.

          Humls Haus steht aktuell wegen einer schweren Panne bei Corona-Tests von Urlaubsheimkehrern massiv unter Druck. Rund 44.000 Menschen, darunter mehr als 900 positiv Getestete, hatten ihre Ergebnisse teils erst mit großer Verzögerung erhalten. 46 Personen konnten trotz großer Anstrengungen gar nicht ermittelt werden.

          Klaus Holetschek (CSU)
          Klaus Holetschek (CSU) : Bild: dpa

          „Ich habe mich über das Vertrauen sehr gefreut“, sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Themen Gesundheit und Pflege hätten auch wegen der Pandemie massiv an Bedeutung gewonnen. „Wir stehen vor dem Jahrzehnt der Gesundheit.“ Es sei nun wichtig, neben der Bekämpfung der Corona-Krise das Gesundheitssystem so aufzustellen, dass die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft erhöht werde. „Wir müssen die richtigen Lehren aus der Pandemie ziehen.“

          Im Nachgang der Panne, die auch Söder selbst viel Kritik, Spott und Häme einbrachte, hatte Huml ihren Rücktritt angeboten. Doch Söder beließ sie ihm Amt. Mit der Versetzung von Holetschek zieht er aber dennoch eine personelle Konsequenz, um das Krisenmanagement zu verbessern. Im Gegenzug muss Söder in Kauf nehmen, dass das Bau- und Verkehrsministerium personell geschwächt wird. Söder hatte hier erst im Februar den Staatssekretärsposten eingerichtet, weil er den bislang oft schleppenden Bau von bezahlbarem Wohnraum in Bayern beschleunigen wollte.

          Darüber hinaus wird der Betrieb der kommunalen Corona-Testzentren künftig vom Innenministerium gesteuert. Zudem hatte Söder in der vergangenen Woche schon Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) zum „Corona-Koordinator“ ernannt. Dieser soll zur Vermeidung von Pannen „sämtliche pandemiebedingten Maßnahmen bündeln, koordinieren und deren Umsetzung gewährleisten“. Auch der Chef des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, musste bereits seinen Platz räumen.

          Im Zuge der Pandemie war zwischenzeitlich auch Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) dem Gesundheitsministerium zugeordnet worden. Nachdem die erste Infektionswelle und die Infektionszahlen in Bayern vor Wochen aber zunächst wieder nach unten gingen, war dieser wieder in das Innenministerium zurückgekehrt.

          Am Mittwoch war auch bekannt geworden, dass der Sprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, für die Corona-Kommunikation ins Gesundheitsministerium wechselt. Er hatte beim Münchner Amoklauf 2016 bundesweite Bekanntheit erlangt. Für seine ruhige Pressearbeit wurden er und sein Team auch mehrfach ausgezeichnet.

          Holetschek ist erst seit Februar im bayerischen Kabinett. Er wurde von Söder im Rahmen einer notwendigen Kabinettsumbildung ins Bauministerium geholt, weil der schleppende Bau von bezahlbarem Wohnraum in Bayern vorangetrieben werden sollte. Der Schwabe blickt bereits auf eine lange Karriere zurück: Er war Bürgermeister, stellvertretender Landrat im Kreis Unterallgäu und Bundestagsabgeordneter. Seit 2013 sitzt er im Landtag, von März 2018 bis Februar 2020 war er zudem Bürgerbeauftragter der Staatsregierung. Seit 2019 ist Holetschek auch im Vorstand des Landesgesundheitsrats.

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