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Nach Äußerungen über Afrikaner : AfD-Vorstand legt Höcke indirekt Parteiaustritt nah

  • Aktualisiert am

Nach umstrittenen Äußerungen über die Reproduktionsstrategie“ von Afrikanern selbst in der AfD massiv unter Druck: der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke Bild: dpa

Der Bundesvorstand der AfD stellt die Parteimitgliedschaft des umstrittenen Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke infrage. Nach einer mehrstündigen Debatte erklärte der Vorstand, er lehne Höckes Ansichten über Afrikaner einhellig ab.

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          Nach den umstrittenen Äußerungen des Thüringer AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke stellt der Bundesvorstand der Rechtspopulisten dessen Verbleib in der Partei infrage. Höcke müsse selbst „prüfen, inwieweit seine Positionen sich noch in Übereinstimmung mit denen der AfD befinden“, erklärte AfD-Sprecher Christian Lüth am Freitag nach einer Vorstandssitzung.

          In einer Erklärung von Lüth hieß es: „Der Bundesvorstand der AfD stellt fest, dass die Äußerungen des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke bezüglich eines biologisch-demographischen Verhaltens von Menschen ausschließlich seine persönliche Meinung darstellen. Gleiches gilt für seine Einlassungen zur französischen Innenpolitik. Diese Sichtweisen von Björn Höcke werden vom Bundesvorstand einhellig abgelehnt.“

          Petry ließ in Telefonkonferenz abstimmen 

          In einer Telefonkonferenz mit den Landesvorsitzenden hatte die Parteivorsitzende Frauke Petry zuvor eine Abstimmung über die Frage herbeigeführt, ob Höcke zum Rücktritt aufgefordert werden solle. Diese Frage beantworteten neun der teilnehmenden Landesvorsitzenden mit Ja, Höcke selbst, Brandenburgs Landesvorsitzender Alexander Gauland und Sachsen-Anhalts Landesvorsitzender André Poggenburg stimmten mit Nein, wenige enthielten sich.

          Höcke hatte von einem „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp" und von einem „Bevölkerungsüberschuss“ Afrikas gesprochen. „Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern“, sagte Höcke. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, bei der Vorstandssitzung solle es auch um konkrete Konsequenzen wie eine Abmahnung, ein Amtsenthebungsverfahren oder einen Parteiausschluss gehen. Dazu kam es nun offenbar nicht. Dem Bericht zufolge hatte Höcke seine Teilnahme an der Sitzung abgesagt.

          Höcke wollte sich nicht äußern

          Die Bundesspitze der AfD hatte Höcke parteischädigenden Verhaltens vorgeworfen. Höckes Äußerungen zum angeblichen Fortpflanzungsverhalten von Afrikanern seien „eine inhaltliche wie politische Torheit“, kritisierte der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen.

          Höcke selbst wollte sich nicht äußern. Über seine Sprecherin ließ er ausrichten, er habe in der Vergangenheit immer Wert darauf gelegt, dass interne Dinge auch intern geklärt würden. So wolle er es auch in diesem Fall handhaben. Seine Positionen stünden jedoch grundsätzlich im Einklang mit denen der AfD. „Herr Höcke hat bereits Fehler eingeräumt. Jeder Mensch macht Fehler“, erklärte die Sprecherin.

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