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Laut Bundesanwaltschaft : Mutmaßlicher Rizin-Bomber plante Anschlag in Deutschland

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Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin: Polizisten und ein Feuerwehrmann stehen in einem Wohnkomplex in Köln-Chorweiler auf einem Balkon. Bild: dpa

Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin zum Bombenbau in einer Kölner Wohnung erhärtet sich der Terrorverdacht gegen Sief Allah H. Unterdessen wurden in Tunesien zwei mutmaßliche Komplizen des Islamisten festgenommen.

          Der mutmaßliche Rizin-Bomber von Köln soll einen Anschlag in Deutschland geplant haben. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Sief Allah H. habe „an einem geschlossenen und belebten Ort“ einen Sprengsatz mit einer mit Rizin präparierten Splitterladung zünden wollen, hieß es von der Behörde. Damit erhärte sich der Terrorverdacht gegen den Tunesier. Der Haftbefehl wurde den Angaben zufolge deshalb um den dringenden Tatverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erweitert. Ob H. bereits ein konkretes Ziel ins Auge gefasst hatte, sei nicht bekannt.

          Der mutmaßliche Islamist H. war am 12. Juni in einem Wohnhaus in Köln-Chorweiler festgenommen worden. H. hatte nach Angaben der Bundesanwaltschaft 84,3 Milligramm hochgiftiges Rizin hergestellt. Zudem fanden die Ermittler bei ihm 3150 Rizinussamen.

          H., der bei seiner Verhaftung 29 Jahre alt war, soll sich bei der Herstellung des hochgiftigen Stoffs an einer Anleitung orientiert haben, die von der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ im Internet verbreitet wird. Er soll sich zudem um die Aufnahme in die Terrororganisation bemüht haben.

          Auch seine Ehefrau war im Zuge der Ermittlungen in den Fokus geraten und ebenfalls festgenommen worden. Am Freitag wurden in Tunesien außerdem zwei mutmaßliche Komplizen von Sief Allah H. festgenommen, wie das tunesische Innenministerium mitteilte.

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