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Dschihadismus-Prozess : „Ich wollte als Märtyrer sterben“

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Der Angeklagte Ufuk C. (Mitte) mit seinen Anwälten vor dem Oberlandesgericht in München (April 2015) Bild: dpa

Der Angeklagte in einem Terrorprozess vor dem bayerischen Oberlandesgericht in München hat am Donnerstag seine Beweggründe dargelegt, in den Dschihad nach Syrien zu ziehen. Er hatte sich dort der Al-Nusra-Front angeschlossen.

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          In einem Prozess gegen einen Rückkehrer aus Syrien in München hat der Angeklagte gestanden, in den Dschihad („Heiligen Krieg“) gereist zu sein. „Ich wollte damals als Märtyrer sterben, das war mein Ziel“, sagte der 21 Jahre alte Deutsch-Türke am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht. „Man sagt, das dauert nicht lange.“ Auch wegen der Jungfrauen im Paradies, die ihm versprochen worden seien, habe er den Märtyrertod angestrebt. „Ich habe gedacht: Märtyrer – und durch.“

          In Deutschland habe er zuvor von den Greueltaten des Regimes von Baschar al Assad in Syrien gehört und helfen wollen, sagte der Angeklagte weiter. Über die Türkei sei er nach Syrien in ein Terrorcamp der Al-Nusra-Front gereist, des syrischen Ablegers von Al Qaida.

          Der Mann ist wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland angeklagt. Ziel der Al-Nusra-Front sei es, „einen Gottesstaat unter Geltung der Scharia zu errichten“, heißt es in der am Donnerstag verlesenen Anklageschrift.

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