https://www.faz.net/-gpf-7x3px

Modellautoaffäre : Die Causa Haderthauer wird aufgearbeitet

  • Aktualisiert am

Rücktritt: Christine Haderthauer, Staatskanzleichefin und Ministerin für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben in Bayern, am 1. September in München Bild: dpa

In München nimmt der Untersuchungsausschuss zur sogenannten Modellautoaffäre seine Arbeit auf. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen die ehemalige bayerische Staatskanzleichefin Haderthauer.

          1 Min.

          Drei Monate nach dem Rücktritt der bayerischen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) beginnt an diesem Donnerstagnachmittag der Untersuchungsausschuss zur sogenannten Modellbauaffäre. Unter Leitung des SPD-Abgeordneten Horst Arnold wollen die Abgeordneten mehrere offene Fragen beantworten. So soll geklärt werden, ob Haderthauer die Fragen der Opposition zu ihrer früheren Beteiligung an der Firma Sapor Modelltechnik wahrheitsgemäß beantwortet hat. Ein weiteres Thema ist, ob bei der Unterbringung psychisch kranker Straftäter in der Psychiatrie generell Verbesserungsbedarf besteht.

          Die erste Sitzung dürfte jedoch unspektakulär verlaufen: Auf der Tagesordnung steht lediglich die Frage, welche Akten der Untersuchungsausschuss anfordern soll. Die Zeugen sollen erst im neuen Jahr geladen werden.

          „Ermittlungen ausgeweitet“

          Die Firma Sapor Modelltechnik hatte Luxus-Modellautos verkauft, die ein Dreifachmörder im Rahmen seiner Arbeitstherapie entworfen und hergestellt hatte. Haderthauer war zeitweise an dem Unternehmen beteiligt, ebenso ihr Mann, der die Modellautos in In- und Ausland an Sammler verkaufte. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen beide wegen Betrugsverdachts, nachdem ein früherer Geschäftspartner Anzeige erstattet hatte.

          Darüber hinaus berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ an diesem Donnerstag, die Ermittlungen seien auf den Verdacht der Steuerhinterziehung ausgeweitet worden. Die Ermittler gingen nun zusätzlich auch der Frage nach, ob die Politikerin in den Jahren 2005, 2006 und 2008 Steuern hinterzogen haben könnte. Es gehe insgesamt um etwa 55.000 Euro.

          Weitere Themen

          Kein Pass für Muslime

          Proteste in Indien : Kein Pass für Muslime

          Ein neues Gesetz zur Staatsbürgerschaft bringt Indiens Regierung in Bedrängnis. Für viele wird die Einbürgerung leichter, nur für die Muslime nicht. Kritiker werfen Neu-Delhi religiöse Diskriminierung vor.

          Das Parlament meldet sich zu Wort

          5G-Ausbau : Das Parlament meldet sich zu Wort

          Im Bundestag präsentieren die Fraktionen eigene Positionen zur Beteiligung Huaweis am 5G-Ausbau und geben sich strenger als die Bundesregierung. Die will allerdings kaum einen Dissens erkennen.

          Topmeldungen

          Die draußen gegen die drinnen: Aktivisten demonstrieren am Mittwoch vor den Türen der Messehalle in Madrid.

          Klimagipfel in Madrid : Aufbruch im Mäuseschritt

          Beim Klimagipfel in Madrid trifft Protest auf Politik, ehrgeizig wollen alle sein. Doch im Inneren der Messehalle sind selbst kleine Kompromisse mühsam – vielversprechend klingt nur der „Green Deal.“
          Christine Lagarde auf der Pressekonferenz in Frankfurt

          EZB-Präsidentin Lagarde : Zinsentscheid mit einem Lächeln

          Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stellt sich erstmals nach einer Ratssitzung der Presse. Den Zinssatz lässt sie unverändert, doch ihr Stil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers Draghi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.