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Russische Motorradgang : Moskau kritisiert Berlin wegen Einreiseverbot für „Nachtwölfe“

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Wollen unbedingt nach Berlin: Die „Nachtwölfe“ und ihr Präsident Alexander Zaldostanow Bild: dpa

Das russische Außenministerium beschwert sich bei der Bundesregierung, weil drei „Nachtwölfe“ am Flughafen Schönefeld zurückgeschickt wurden. Die Rocker wollten unbedingt nach Berlin, um dort den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland zu feiern.

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          Das Außenministerium in Moskau hat eigenen Angaben zufolge bei der Bundesregierung gegen ein angebliches Einreiseverbot für drei russische Staatsbürger protestiert. Die Mitglieder des Motorradklubs „Nachtwölfe“ seien am Flughafen Berlin-Schönefeld trotz gültiger Visa abgewiesen worden, teilte das Außenamt in Moskau am Freitag mit. Den Männern sei am Donnerstag gesagt worden, von ihnen gehe eine „Bedrohung für die öffentliche Sicherheit“ aus. Zuvor hatte Deutschland bereits mehrere Visa der Rocker annulliert.

          Die kremltreuen „Nachtwölfe“ wollen mit einer umstrittenen Tour von Moskau nach Berlin an den 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland erinnern. Die Tour soll am 9. Mai, der in Russland als Tag des Sieges gefeiert wird, in Berlin enden. Polen hatte die Aktion als Provokation kritisiert und den Bikern die Einreise verweigert. Auch der litauische Grenzschutz wies diese Woche einen Motorradfahrer zurück, der sich als Mitglied der „Nachtwölfe“ ausgegeben hatte. Dies hatte in Russland ebenfalls Entrüstung ausgelöst.

          Derweil haben einige Mitglieder des Motorradklubs für Samstag eine Kranzniederlegung in der slowakischen Hauptstadt geplant. Das berichteten slowakische Medien am Freitagabend unter Berufung auf die russische Botschaft in Bratislava. „Hauptziel der Gruppe russischer Motorradfahrer ist die Ehrung des Andenkens an die Soldaten der Roten Armee, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus und für die Befreiung Europas geopfert haben“, heißt es in einem Schreiben der Botschaft.

          Schauplatz der Zeremonie soll das Gefallenendenkmal Slavin auf einem zentralen Hügel in der slowakischen Hauptstadt sein. Dort sind etwa 7000 sowjetische Soldaten begraben. Bratislava könnte nach inoffiziellen Medieninformationen zentraler Treffpunkt für die auf verschiedenen Wegen anreisenden Gruppenmitglieder sein. Anschließend wollen sie gemäß ihrer ursprünglichen Planung gemeinsam über Wien nach Berlin weiterfahren. Die Zahl der möglichen Teilnehmer ist unbekannt. Anders als Polen und Deutschland wollen die slowakischen Behörden die umstrittene Gedenkfahrt der dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahestehenden Biker nicht behindern.

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