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Moria : Wie viele Flüchtlinge sollen kommen?

Flüchtlinge Mitte September auf Lesbos Bild: AP

Mehrere deutsche Städte wollen Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen. Ein Landrat von der CDU warnt deshalb vor einer „Sogwirkung“. Eine SPD-Oberbürgermeisterin hält das für zynisch.

          7 Min.

          Dietlind Grabe-Bolz ist stolz auf ihre Stadt. Sie ist stolz auf die Tradition, die es in Gießen gibt. Dass man Flüchtlinge aufnimmt, schon seit vielen Jahren, sei es aus Osteuropa, aus dem Kosovo oder aus Syrien. „Seit 1949 hatten wir in Gießen das Notaufnahmelager“, sagt die Oberbürgermeisterin. „Seitdem sind Abertausende Flüchtlinge aus allen Teilen der Welt in Gießen angelandet, bei allen Konflikten dieser Welt.“ Allein zu DDR-Zeiten kamen im Laufe der Jahre 900.000 Übersiedler in das Notaufnahmelager. Grabe-Bolz sagt: „Ich kann diese Aufregung darüber, dass 1500 Menschen nach Deutschland kommen, nicht verstehen. Wir müssen das tun, was unsere menschliche Pflicht ist. Wir haben beste Bedingungen, gerade in Deutschland. Wir haben viele Möglichkeiten, Menschen Schutz zu gewähren.“

          Philip Eppelsheim

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          1553 Menschen, das ist angesichts der Zahlen, die in den Jahren 2015, 2016 und 2017 kamen, tatsächlich nicht viel – und doch ist diese Zahl, dieser Moria-Kompromiss der Koalition, groß genug, um in Deutschland diskutiert zu werden. Wieder einmal streiten die Verfechter der Abschottung und die Verfechter der Willkommenskultur darüber, wie denn nun der richtige Umgang mit den Flüchtlingen aussehen soll. Alle oder keiner? Oder doch nur ein paar?

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