https://www.faz.net/-gpf-9obpd

Steinbach und der Fall Lübcke : „Du trägst Mitschuld an seinem Tod“

  • -Aktualisiert am

Erika Steinbach sei sich ihrer Mitschuld am Tod von Walter Lübcke bewusst, schrieb Peter Tauber auf Twitter. Bild: dpa

Nach dem Mord an Walter Lübcke hat der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber seinen Vorwurf gegenüber seiner früheren Parteifreundin Erika Steinbach wiederholt. Steinbach sieht darin eine Diffamierung.

          1 Min.

          Peter Tauber hat seiner ehemaligen Parteifreundin Erika Steinbach abermals eine Mitschuld am Tod von Walter Lübcke gegeben. Am Sonntagabend schrieb der frühere CDU-Generalsekretär auf Twitter: „In diesem Sinne bist Du natürlich verantwortlich für die Folgen und Reaktionen auf deine Hetze gegen Walter Lübcke. Du trägst Mitschuld an seinem Tod.“

          Steinbachs Reaktion auf die Vorwürfe und den Mord an Lübcke zeigten, dass sie das „ganz genau“ wisse. Sie habe ihn gekannt, schreibt Tauber weiter. „Bis heute gibt es kein Wort der Trauer von Dir für ihn. Wohl nicht, weil das der Gipfel der Heuchelei wäre.“ Tauber ist Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium.

          Erika Steinbach warf Tauber hingegen „Diffamierung“ vor und schrieb auf Twitter: „Mit der Logik Taubers ist Angela Merkel durch ihre Politik an der Ermordung der Menschen am Breitscheidplatz verantwortlich.“ Steinbach war 2017 aus der CDU ausgetreten und steht heute der AfD nahe. Sie hatte Lübcke in sozialen Medien für seine Haltung gegenüber „Asylkritikern“ kritisiert.

          Auf Taubers Vorwürfe angesprochen, verwies die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntagabend bei „Anne Will“ auf die fehlende Abgrenzung der AfD zu Rechtsradikalen.

          Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha durch einen Kopfschuss ermordet worden. Tatverdächtig ist der 45-jährige Stephan E.. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt in dem Fall und stuft die Tat als rechtsextremes Attentat ein. Lübcke hatte vor seinem Tod Morddrohungen aus der rechten Szene erhalten.

          Peter Tauber hatte bereits kurz nach dem Mord an Lübcke in einem Gastbeitrag für die „Welt“ Teilen der AfD, dem CDU-Mitglied Max Otte und auch Erika Steinbach eine indirekte Schuld an der Tat gegeben. Zudem forderte er ein härteres Vorgehen gegen Demokratiefeinde – beispielsweise durch den Entzug von Grundrechten. Zu den Grundrechten gehört unter anderem das Recht auf Versammlungsfreiheit.

          Weitere Themen

          Kramp-Karrenbauer auf Konfrontationskurs

          Sicherheitszone in Syrien : Kramp-Karrenbauer auf Konfrontationskurs

          Die Verteidigungsministerin fordert eine internationale Schutzzone in Nordsyrien – und schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten dabei nicht aus. Damit irritiert sie die SPD und vor allem Außenminister Maas. Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten.

          Topmeldungen

          Sicherheitszone in Syrien : Kramp-Karrenbauer auf Konfrontationskurs

          Die Verteidigungsministerin fordert eine internationale Schutzzone in Nordsyrien – und schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten dabei nicht aus. Damit irritiert sie die SPD und vor allem Außenminister Maas. Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten.

          Google Pixel 4 XL im Test : Unter dem Radar

          Google probiert im Pixel 4 einen neuen Sensor aus. Mit Hilfe von Radartechnologie lasst sich das Smartphone berührungslos steuern. Auch die Kamera überzeugt mit einer neuen Funktion.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.